BMC Software vor Buyout?

Mittwoch, 5. April 2006 00:00

(IT-Times) Der US-Softwareentwickler BMC Software (NYSE: BMC<BMC.NYS>, WKN: 875716<BMS.FSE>) bleibt seiner Strategie treu und verstärkt sich durch punktuelle Zukäufe in Schlüsselbereichen. Mit der Übernahme der in Tel Aviv ansässigen Identify Software hat BMC einen Diagnose-Softwareanbieter übernommen, der dem Unternehmen nicht nur Zugang zu Identifys AppSight-Lösung und der patentierten Black Box-Technologie gewährt. Gleichzeitig sichert sich BMC so den Zugang zu mehr als 500 Firmenkunden, darunter namhafte Firmen wie CSC, CA, Siemens und Symantec.

Das Geschäft mit der Erkennung und Behebung von Softwarefehlern ist längst ein Milliardengeschäft geworden, in dem sich zunehmend mehr Softwarefirmen engagieren. Nicht zuletzt darum versucht sich BMC seit geraumer Zeit breiter im Markt aufzustellen. So kaufte das Unternehmen in den vergangenen 18 Monaten bereits drei Firmen (KMXperts, OpenNetwork, Calendra), um seine Marktposition auf den Softwaremarkt zu stärken. Gleichzeitig wurden im April Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet, um die weltweite Belegschaft um zwölf Prozent zu verkleinern und die Profitabilität zu verbessern.

Gerüchte um Buyout-Angebot von Texas Pacific

Hintergrund ist offenbar der zunehmende Wettbewerb in der Branche, welche bei BMC im jüngsten Quartal deutliche Spuren hinterließ. Während die Softwarebranche insgesamt weiter wächst, musste BMC zuletzt einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr bekannt geben. Zudem ranken sich seit Jahresbeginn Gerüchte, wonach das US-Softwarehaus vor einem Buyout steht. Wie Wall Street-Insider berichten, steht BMC bei der Investmentfirma Texas Pacific Group ganz oben auf der Wunschliste. Die Investmentgruppe, die 18 Mrd. Dollar verwaltet, hat bereits Seagate Technology übernommen, anschließend erfolgreich saniert und wieder an die Börse gebracht.

Berichte, wonach die Investmentgruppe bereits ein Buyout-Angebot von 25 US-Dollar je BMC-Aktie unterbreitet haben soll, heizten den Kurs bereits im Januar kräftig an. Seither ist es aber eher still um BMC geworden, nachdem sich die Berichte zunächst nicht bestätigten. Dennoch gilt BMC aufgrund seiner starken Bilanzverfassung (Cash-Reserven 1,17 Mrd. Dollar) weiterhin als Übernahmekandidat, insbesondere nachdem Oracle die Übernahme von Siebel erfolgreich abgeschlossen hat und nunmehr bereit für weitere Zukäufe ist…

Kurzportrait

Das im Jahre 1980 gegründete Softwarehaus BMC Software kann auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückblicken. Ansässig in Houston, gilt BMC Software als eines der größten unabhängigen Softwarehäuser weltweit, welches sich auf die Entwicklung von Software zur Optimierung von Unternehmensabläufen spezialisiert hat. Die Software aus dem Hause BMC soll vor allem unternehmenskritische Funktionen, wie die Wiederherstellung von Daten, Speicher-Management und Datenbank-Performance optimieren. Hierfür stellt BMC mehr als 450 Softwarewerkzeuge bereit, welche unter anderem Unternehmensserver verwalten und andere administrative Aufgaben übernehmen. Dieses Geschäft trug zuletzt 40 Prozent der gesamten Umsätze der Gesellschaft. Insgesamt erwirtschaftet das Softwarehaus nahezu 50 Prozent seiner Einnahmen außerhalb der USA.

BMC vertreibt dabei seine Software nicht nur über internationale Niederlassungen in Lateinamerika, Asien, Europa und Skandinavien, sondern auch über Systemintegratoren, Händler und OEM-Partner. Insgesamt hält das Unternehmen mehr als 33 Software-Patente und gilt als Pionier in Sachen Application-Management. Vor allem die Flagschiffprodukte PATROL und CONTROL-SA werden in der Branche und bei Marktforschern als führende Produkte für den Bereich Software-Management identifiziert. Auch im Bereich für das SAN-Speichermanagement gilt das Unternehmen mit seinem Produktsortiment als einer der führenden Anbieter. Um seine Produkte weiter zu entwickeln, arbeitet das Unternehmen mit Technologiepartnern, wie Compaq Computer, EMC, IBM, Microsoft, Oracle Systems, PeopleSoft, SAP und Sun Microsystems zusammen. Zu den weltweit mehr als 9.600 Firmenkunden zählen unter anderem Dow Corning, First Union und HomeDepot. Insgesamt vertrauen nach Angaben der Gesellschaft 80 Prozent der Fortune 500 Unternehmen auf Software aus dem Hause BMC.

BMC Software konnte in den vergangenen 21 Jahren auch durch Akquisitionen wachsen. Ursprünglich als Zwei-Produktunternehmen gestartet, entwickelte sich BMC Software schnell zu einem globalen Anbieter von Management-Softwarelösungen für Firmenkunden. So wurden in den Jahren 1994 bis 1999 mit Patrol Software, BGS Systems, Boole & Babbage, sowie New Dimension Software vier Softwareentwickler übernommen. Im Zuge des Software-Booms in den späten 90er Jahren wurden im Jahr 2000 die Firmen Evity, OptiSystems Solutions und Sylvain Faust aufgekauft. Im März 2001 folgte dann die Übernahme von Perform SA. Im Jahr 2002 übernahm BMC den kalifornischen Softwarespezialisten Remedy. Anfang 2004 kaufte BMC den US-Softwarespezialisten Marimba. Im Jahr 2005 verstärkte sich BMC im Bereich Service-Management durch die Übernahme von KMXperts, nachdem zuvor bereits der Web-Zugangsspezialist OpenNetwork und Calendra übernommen wurden. Anfang 2006 übernahm BMC Den Diagnose-Softwareanbieter Identify Software.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2006 meldete BMC Software einen Umsatzrückgang auf 380,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 386,8 Mio. Dollar im Jahr vorher. Die Einnahmen im wichtigen Lizenzgeschäft schwanden um elf Prozent auf 170 Mio. Dollar. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 46,9 Mio. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 36,4 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte BMC im jüngsten Quartal einen operativen Gewinn von 64 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie erwirtschaften, womit das US-Softwarehaus die Analystenerwartungen um drei Cent übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettogewinn von lediglich 27 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt gab das Unternehmen im zurückliegenden Quartal 100 Mio. Dollar aus, um 4,9 Mio. eigene Anteile zurückzukaufen. Dabei beendete BMC das Quartal mit Barreserven von 1,17 Mrd. Dollar.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...