BITKOM erhöht Prognose für den Hightech-Markt

Dienstag, 16. September 2008 11:29
BITKOM

BITKOM erhöht Prognose für den Hightech-Markt

Leichte Anhebung auf plus 1,8 Prozent für das Jahr 2008

ITK-Branche zeigt sich robust – trotz abflauender Gesamtkonjunktur

BITKOM fordert wachstumspolitische Agenda der Regierungsparteien

Berlin, 16. September 2008

Der Hightech-Verband BITKOM erhöht seine Umsatzerwartung für das Jahr 2008 von 1,6 Prozent auf 1,8 Prozent. Danach wird der Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Unterhaltungselektronik in Deutschland ein Volumen von 145,5 Milliarden Euro erreichen. „Die Hightech-Industrie in Deutschland präsentiert sich im Herbst 2008 widerstandsfähig gegen die abflauende Konjunktur“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer in Berlin. Die Nachfrage von Unternehmen, öffentlicher Hand und Privatkunden bleibe auf einem hohen Niveau. Gründe für die Anhebung der Umsatzprognose sind insbesondere das überraschend gute Geschäft mit Produkten der digitalen Consumer Electronics sowie unerwartet kräftig steigende Teilnehmerzahlen im Mobilfunk. Wachstumstreiber bleiben die Segmente Software und IT-Dienste. Für das Jahr 2009 rechnet der BITKOM mit einem Wachstum des Gesamtmarktes in Höhe von 1,5 Prozent. Angesichts allgemein gedämpfter Konjunkturprognosen für das kommende Jahr forderte Scheer die Regierungsparteien auf, die Wachstumspolitik in den Mittelpunkt ihres Bundestagswahlkampfes zu stellen. „Die Zeit großer verteilungspolitischer Spielräume ist vorbei“, sagte Scheer.

Den stärksten Beitrag zum ITK-Markt leistet in diesem Jahr die Informationstechnik mit einem Umsatzplus von 4,2 Prozent auf 66,6 Milliarden Euro. Zulegen können vor allem die Anbieter von Software mit plus 5,3 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro und IT-Diensten mit 6,3 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro. Sie profitieren von den steigenden Investitionen von Unternehmen und öffentlicher Hand in moderne IT-Systeme. „Neue Software-Plattformen, Upgrades bestehender Anwendungen oder Outsourcing-Projekte bestimmen das Software-Geschäft“, sagte Scheer. Für das Jahr 2009 rechnet der BITKOM mit einem Wachstum des IT-Marktes von 3,7 Prozent. „Im Gegensatz zur Telekommunikation reagiert der IT-Absatz sensibler auf Wirtschaftsschwankungen“, sagte Scheer. „Daher sind wir bei der Prognose für 2009 etwas vorsichtiger.“

In der Telekommunikation sinkt der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,2 Prozent auf 66,5 Milliarden Euro. „Die Telekommunikation ist durch einen tief greifenden technologischen Wandel und einen scharfen Preiswettbewerb geprägt“, sagte Scheer. Noch nie konnte man so günstig telefonieren oder im Internet surfen. Rund 4,3 Millionen Haushalte in Deutschland haben ihren Festnetzanschluss inzwischen abgeschafft und telefonieren ausschließlich mit dem Handy. Dennoch steigt das Gesprächsaufkommen über alle Netze kräftig an: allein in den letzten drei Jahren um fast zwölf Prozent. Deutlich besser als erwartet entwickeln sich die Teilnehmerzahlen im Mobilfunk. Bis zum Jahresende wird es nach BITKOM-Schätzung 110 Millionen Mobilfunkkarten in Deutschland geben. „Das ist in einem Markt, den viele für gesättigt hielten, ein Wachstum von 13 Prozent“, sagte Scheer. Einen anhaltenden Boom gibt es bei den Datendiensten. Das Wachstum von gegenwärtig 5,5 Prozent wird im kommenden Jahr sogar noch leicht zulegen.

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