Axel Springer mutiert zum digitalen Verlagshaus

Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte nimmt zu

Dienstag, 27. Januar 2015 14:09
Axel Springer

(IT-Times) - Deutschlands größter Zeitschriftenverlag Axel Springer bleibt weiter auf der Überholspur, um sein digitales Geschäft auszubauen. Nach dem sich Springer Ende 2014 die Mehrheit an dem Online-Feriendomizilvermittler @Leisure gesichert hatte, übernahm die Tochter StepStone im Januar das in Belgien und Luxemburg aktive Jobportal ictjob SPRL.

Keine Frage, das Digitalgeschäft soll auch in 2015 weiter ausgebaut werden. Gerüchte über die Übernahme von T-Online und Interactive Media durch Axel Springer halten sich hartnäckig. Kein Wunder, bei den Print-Titeln stagnieren die Auflagenzahlen oder sind sogar rückläufig, das Geschäft verlagert sich immer mehr in Richtung Internet.

Axel Springer: Fortschritte beim Wandel zum digitalen Verlag
Dies spiegelt sich auch in der Bilanz von Axel Springer (WKN: 550135) wider. In den ersten neun Monaten 2014 steuerte das digitale Geschäft bereits mehr als 52 Prozent zum Gesamtumsatz und rund 70 Prozent zum EBITDA bei. Dies zeigt: Mit herkömmlichen Print-Magazinen und Zeitungen ist kaum mehr etwas zu verdienen, die Margen sind gering. Daher will sich Axel Springer zum digitalen Verlag wandeln.

Das Geschäft mit Bezahlangeboten im Netz ist zwar schon recht ansehnlich (1,13 Mrd. Euro in den ersten drei Quartalen), allerdings lassen die Wachstumsraten (0,9 Prozent) noch zu wünschen übrig - dies könnte sich in den nächsten Jahren ändern.

Internetnutzer geben mehr Geld für journalistische Inhalte aus
Wie der Branchenverband BITKOM in einer Umfrage ermittelte, hat im vergangenen Jahr bereits jeder dritte Internetnutzer (34 Prozent) Geld für redaktionelle Inhalte wie Nachrichten und Berichte ausgegeben. Noch investieren Internetnutzer vergleichsweise geringe Summen für digitale Inhalte, doch die Tendenz geht nach oben.

Waren es im Vorjahr nur 13,60 Euro, ließen sich Internetnutzer in 2014 journalistische Inhalte im Netz 15,10 Euro im Monat kosten. In 2015 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Vor allem Politik-, Wirtschafts-, Sport- und Gesundheitsthemen stehen bei den Internetnutzern ganz oben.

Weitere Zukäufe von Axel Springer erwartet
Fazit: Axel Springer dürfte auch in den nächsten Jahren seine Digitalsparte weiter ausbauen und den Umbau zum digitalen Verlagshaus noch weiter forcieren. Auch größere Zukäufe wie zum Beispiel die Übernahme von T-Mobile wären keine wirkliche Überraschung mehr.

Allerdings muss Axel Springer beachten, dass auch im Web Qualitätsjournalismus gefragt ist. Vor allem hochwertige und exklusive Inhalte stehen bei den Internetnutzern hoch im Kurs. Springer wird daher verstärkt in Qualität investieren müssen, will das Unternehmen den Bezahlinhalten im Internet zum Durchbruch verhelfen.

Kurzportrait
Die in Berlin ansässige Axel Springer AG ist einer der größten Medienkonzerne in Deutschland und Europa. Das Unternehmen ist mit über 230 Zeitungen und Zeitschriften, über 160 Online-Angeboten und mehr als 120 Apps im Markt vertreten. Zu den bekanntesten Publikationen gehören die Bild, Die Welt, Bild der Frau, Auto Bild und Sport Bild.

Hinzu kommen die bereits erwähnten Online-Aktivitäten, Groschenromane, Engagements im Radio- und Fernsehproduktionsbereich sowie drei hauseigene Druckereien nebst Logistik und Vertrieb. Heute hat der Springer-Konzern rund 13.000 Mitarbeiter. Zuletzt versuchte der Konzern verstärkt im Internet Fuß zu fassen. In 2007 schluckte Springer den Berliner Affiliate-Werber Zanox.de AG. Gleichzeitig wurde das französische Internet-Portal auFeminin.com übernommen.

Ende 2008 sicherte sich Axel Springer 15 Prozent der Anteile der norwegischen StepStone und übernahm das Jobportal anschließend vollständig. Neben diesen Beteiligungen hält Springer 74,9 Prozent der Anteile an der Preissuchmaschine Idealo.de. Auch an buecher.de ist das Verlagshaus mit 33,3 Prozent beteiligt. In 2009 übernahm Springer die beiden Autozeitschriften Auto Journal und Sport Auto. Seit 2010 bündeln die Axel Springer AG und die Schweizer Ringier AG ihre Auslandsaktivitäten in Mittel- und Osteuropa in der Ringier Axel Springer Media AG. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent der Anteile an dem Venture. Mit General Atlantic betreibt Axel Springer das Joint Venture Axel Springer Digital Classifieds, an dem Springer künftig 85 Prozent der Anteile hält.

Meldung gespeichert unter: Axel Springer

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