Axel Springer hofft auf Paradigmenwechsel im Internet

Medienhaus im Wandel

Freitag, 21. Juni 2013 14:05
Axel Springer Unternehmenslogo

(IT-Times) - Lange angekündigt, nunmehr hat Axel Springer den Schritt vollzogen. In der Vorwoche hat das Medienhaus das Bezahlmodell für eines der meistbesuchten deutschen Internet-Portale eingeführt. Bild.de-Leser müssen künftig bezahlen, wollen sie auf alle Seiteninhalte zugreifen.

Springer will mit BILDplus Gratiskultur beenden
Mit dem Produkt BILDplus will Axel Springer (WKN: 550135) die „Gratiskultur“ im deutschen Internet beenden. Schon mit „Die Welt“ hatte das Medienhaus einen ersten Versuch gestartet, Bezahlschranken einzuführen. Über den Erfolg schweigt man sich bei Axel Springer zwar noch aus, dennoch ist Konzernchef Mathias Döpfner zuversichtlich, dass der Paradigmenwechsel klappt.

Eine Alternative gibt es kaum. Die Auflagenzahlen der Print-Medien sind konstant rückläufig, allein im ersten Quartal 2013 schrumpften die Auflagenzahlen der „Bild“ und „BZ“ um acht Prozent.

Vorbild für Springer sind nunmehr die kostenpflichtigen Internet-Ausgaben der New York Times oder des Wall Street Journal. Auch bei der führenden taiwanischen IT-Seite DigiTimes sind ältere Artikel nur noch gegen Gebühr abrufbar. Auch die „Washington Post“ hat im Frühjahr 2013 den Schritt gewagt und ein Bezahlmodell eingeführt.

Preise zwischen 4,99 und 14,99 Euro im Monat für Bild-Inhalte
Ob auch die Bild-Leser für das Angebot bezahlen werden, wird sich zeigen. Zunächst sollen weiter mehr als die Hälfte der Bild-Inhalte auf Bild.de kostenfrei bleiben, das Schnupperangebot kostet im 1. Monat 0,99 Euro. Nach Ablauf des Startangebots verlängert sich das Abo automatisch und kostet dann 4,99 Euro monatlich und umfasst Smartphone- und Tablet-Apps.

Für 14,99 Euro erhält der Nutzer nicht nur die digitale Ausgabe der Bild, sondern auch die Zeitung in Papierform. Darüber hinaus soll es mit der „Bundesliga bei Bild“ ein weitres Angebot für 2,99 Euro im Monat geben, wodurch Nutzer Zugriff auf Bundesliga-Zusammenfassungen erhalten, die eine Stunde nach Spielende im Netz (Videomitschnitte) veröffentlicht werden.

Digitales Geschäft im Aufwind
Mit dieser Strategie der schrittweisen Kommerzialisierung hofft das Unternehmen keine Reichweiten einzubüßen, schließlich verzeichnet Bild.de mehr als 270 Millionen Besucher monatlich. Zudem soll so das Geschäft mit digitalen Medien weiter ausgebaut werden, welches im jüngsten Quartal bereits mit 318,2 Mio. Euro den größten Umsatz- und Gewinnbeitrag lieferten.

Sollte die Strategie aufgehen und sich der Vorstoß für Axel Springer lohnen, könnte das Bild-Modell auch als Vorlage für andere Internet-Angebote des Konzerns dienen. Das Unternehmen würde damit seinem großen Ziel einen Schritt näher kommen und zum führenden digitalen Medienkonzern aufsteigen.

Kurzportrait
Die in Berlin ansässige Axel Springer AG ist einer der größten Medienkonzerne in Deutschland und Europa. Das Unternehmen ist mit über 230 Zeitungen und Zeitschriften, über 160 Online-Angeboten und mehr als 120 Apps im Markt vertreten. Zu den bekanntesten Publikationen gehören die Bild, Die Welt, Bild der Frau, Auto Bild und Sport Bild. Im Zeitschriftenbereich deckt Axel Springer ein breites Spektrum an Wirtschaftstiteln (Euro am Sonntag), Lifestyle (Maxim) bis hin zu Fernsehzeitschriften (Hörzu) ab. Ende 2008 stieg der Konzern mit zehn Prozent bei der türkischen Dogan Yayin Holding ein, welche unter anderem die Zeitungen Hürriyet, Milliyeet und Posta herausgibt. An der Dogan TV-Gruppe hält Springer bereits 19,9 Prozent.

Viele dieser Titel werden mit dem gleichen Konzept auch im Ausland verlegt, teilweise gibt Axel Springer Lizenzen aus oder produziert selbst in Lizenz (u. a. Newsweek, Forbes). Hinzu kommen die bereits erwähnten Online-Aktivitäten, Groschenromane, Engagements im Radio- und Fernsehproduktionsbereich sowie drei hauseigene Druckereien nebst Logistik und Vertrieb.

Heute hat der Springer-Konzern über 13.000 Mitarbeiter. Zuletzt versuchte der Konzern verstärkt im Internet Fuß zu fassen. Mitte 2007 übernahm Springer 20 Prozent der Anteile an der Motor Talk GmbH, einer der größten Motorrad-Communities im deutschsprachigen Web. Für rund 215 Mio. Euro schluckte Springer in 2007 den Berliner Affiliate-Werber Zanox.de AG. Gleichzeitig wurde das französische Internet-Portal auFeminin.com übernommen.

Meldung gespeichert unter: Axel Springer

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