Autodesk setzt auf 3D-Design via Web-Browser

3D-Design goes Cloud

Mittwoch, 27. November 2013 14:01
Autodesk

(IT-Times) - Die Aktien des CAD-Softwareherstellers Autodesk kletterten zuletzt in New York auf ein neues Jahreshoch bei über 45 US-Dollar. Autodesk hatte im jüngsten Quartal nach zwei Umsatzrückgängen in den Quartalen vorher den Abwärtstrend durchbrechen und erstmals wieder ein kleines Umsatzwachstum vorweisen können.

Autodesk stützt dabei seine Wachstumshoffnungen auf einen Paradigmenwechsel. Unternehmen wollen CAD-Software zunehmend in der Cloud nutzen und weniger als On-Premise-Installationen. Für Autodesk ergibt sich daraus ein neues Geschäftsmodell. Das Unternehmen kann auf wiederkehrende Umsätze hoffen und dabei gleichzeitig die Software-Piraterie eindämmen. Auch sind bei Cloud-basierten Angeboten die Gewinnmargen in der Regel höher, zumal auf eine langwierige Lokalisierung der Software verzichtet werden kann.

3D-Design via Web-Browser wird Realität
Diesen Trend will auch Autodesk (Nasdaq: ADSK, WKN: 869964) für sich nutzen und künftig noch mehr 3D-Design-Lösungen über die Cloud anbieten. Als einen ersten Schritt gab Autodesk Anfang November eine Kooperation mit der Amazon-Einheit Amazon Web Services (AWS), OTOY und nVidia bekannt.

Durch die neue Partnerschaft sollen Autodesk-Kunden künftig 3D-Design-Software im Browser nutzen können. Damit stünden etwa 3D-Design-Werkzeuge wie Autodesk Inventor, Autodesk Revit, Autodesk, Maya und andere 3ds Max Design-Software zum ersten Mal über den Web-Browser bereit und zwar ohne dass der Anwender Software auf dem Endgerät installieren muss. Anwender können damit 3D-Design-Software überall, jederzeit und mit jedem Gerät nutzen.

Mit dem Vorstoß trägt Autodesk einem wichtigen Trend Rechnung. Designer und Ingenieure sehen sich unter zunehmenden Zeitdruck, 3D-Projekte zu realisieren, so dass mobiles Arbeiten von unterwegs aus immer mehr an Bedeutung gewinnt, glaubt Autodesk Chief Technology Officer (CTO) Jeff Kowalski.

Autodesk sieht Chancen in der herstellenden Industrie
Trotz des Cloud-Zeitalters dürfte die herstellende Industrie auf Jahre hinaus weiter der größte Abnehmer für Autodesk-Produkte bleiben. Die Bedeutung des produzierenden Gewerbes unterstrich Autodesk jüngst nochmal durch die Übernahme des britischen CADCAM-Spezialisten Delcam Plc - den Zukauf hat sich Autodesk 277 Mio. Dollar kosten lassen.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1982 und ansässig im kalifornischen San Rafael ist Autodesk vor allem für seine CAD-Softwarereihe AutoCAD weltweit bekannt. Das Flagschiffprodukt AutoCAD trägt etwa ein Drittel der gesamten Umsätze des Unternehmens. AutoCAD wird vor allem für professionelles 3D-Modelling eingesetzt, um nicht nur industrielle Produkte am Bildschirm entstehen zu lassen, sondern auch Architekten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Um seine Marktstellung auch in ähnlichen Bereichen zu festigen, wurden in den letzten Jahren viele Unternehmen übernommen, darunter Firmen wie Discreet Logic, Buzzsaw und RedSpark.

Insgesamt operiert Autodesk heute aus vier Geschäftsbereichen heraus: Platform Solutions and Emerging Business (PSEB), Architecture, Engineering and Construction (AEC), Manufacturing (MFG) und Media and Entertainment (M&E).

Auch im Jahr 2007 blieb Autodesk weiter auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Opticore, NavisWorks, Skymatter (Mudbox) und PlassoTech. Anfang 2008 schloss Autodesk die Zukäufe Robobat, Camel Software und Hanna Strategies LLC ab. Gleichzeitig wurden die Spielsoftwarespezialisten Kynogon SA, REALVIZ, Square One Research, Green Building Studio, Moldflow und 3D Geo übernommen. Mit Softimage, Logimetrix und BIMWorld folgten Ende 2008 weitere Zukäufe. Ende 2009 schluckte Autodesk das israelische Startup PlanPlatform. Mitte 2010 kaufte Autodesk den schwedischen Gaming-Technikspezialisten Illuminate Labs. In 2011 verstärkte sich Autodesk durch die Übernahme von Scaleform und Blue Ridge Numerics, Pixlr, Instructables, MAP Software, Horizontal Systems und T-Splines. Mitte 2012 folgte die Übernahme des PLM-Spezialisten Inforbix und Qontext. Auch in 2013 setzte Autodesk seine Einkaufstour weiter fort und schluckte mit PI-VR, Firehole Technologies, VSR Technology und Delcam Plc.

Autodesk ist heute in nahezu allen bedeutenden Wirtschaftsregionen der Welt präsent. Die Produkte werden in mehr als 160 Ländern durch ein Netz bestehend aus 1.700 Händler vertrieben. Neben dem Stammhaus in Kalifornien, unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Asien, Afrika, Lateinamerika und in Europa. Das Unternehmen erzielt derzeit mehr die Hälfte der Umsätze außerhalb der USA. Insgesamt gilt Autodesk heute als einer der größten Softwareanbieter weltweit. Die Kalifornier betreuen heute mehr als sechs Millionen Anwender weltweit.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2014 meldet Autodesk einen leichten Umsatzanstieg um ein Prozent auf 555,2 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 548 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte auf 57,6 Mio. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 29,4 Mio. Dollar oder 13 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Autodesk einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von 41 US-Cent je Aktie ausweisen und damit die Markterwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 548 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 39 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Computer Aided Design (CAD)

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