ASML baut Marktstellung weiter aus

Mittwoch, 20. Dezember 2006 00:00

(IT-Times) Europas größter Halbleiterausrüster ASML Holding (Nasdaq: ASML<ASML.NAS>, WKN: 894248<ASM.FSE>) gibt weiter Gas. Durch die Übernahme des US-Rivalen Brion Technologies für 270 Mio. US-Dollar baut das Unternehmen seine bereits führende Marktstellung im weltweiten Markt für Lithographiesysteme weiter aus.

Durch den Zukauf will sich ASML nicht nur technisches Know-how sichern, sondern auch Synergieeffekte durch den Zusammenschluss realisieren. Brion-Chef Eric Chen sieht dann auch durch die Kombination ein beispielloses Synergiepotential im Bereich der Waferherstellungstechnologien, welche die Produkte der beiden Firmen noch effektiver machen soll.

Zunächst wird die Akquisition die Geschäftszahlen im Jahr 2007 durch 29 Mio. Euro nach Steuern belasten, dennoch sieht ASML durch den Zukauf positive Auswirkungen auf das Cashflow-Ergebnis im nächsten Jahr.

AMD und IBM setzen auf ASML

Dass das erste Halbjahr 2007 gut laufen wird, stellte ASML bereits Mitte November in Aussicht. Dank des vorhandenen Auftragsbestands von 2,1 Mrd. Euro bzw. 2,69 Mrd. Dollar gehen die Niederländer optimistisch in das neue Jahr.

Die Positivmeldungen häuften sich dann im Dezember, nachdem bekannt wurde, dass auch AMD und IBM auf die Immersion Lithographiesysteme von ASML setzen werden, um neue Produktionsverfahren zu realisieren. AMD und IBM setzen damit auf eine andere Strategie als Intel, der seine 45-nm Chips in einem anderen Verfahren produzieren will.

Neben AMD und IBM konnte sich ASML zuletzt auch weitere Aufträge von Inotera, IM Flash, Samsung und TSMC sichern. Am Vortag gab auch der taiwansche Chiphersteller ProMOS Technologies bekannt, Halbleiter-Equipment von der ASML-Tochter ASML Hong Kong gekauft zu haben. Das Auftragsvolumen wird mit über 45 Mio. Euro angegeben - ein guter Jahresausklang für Niederländer.

Kurzportrait

Der Halbleiterspezialist ASML Holding, ansässig im niederländischen Veldhoven ging aus der Fusion von ASML Lithography und dem einstigen Konkurrenten Silicon Valley Group (SVGI) hervor. Die zuständige US-Aufsichtsbehörde genehmigte den Zusammenschluss beider Unternehmen, nachdem ASML ein Übernahmeangebot von 1,6 Mrd. Dollar unterbreitet hatte. ASML Holding stieg dadurch zum weltweit führenden Anbieter vom Lithographie-Systemen auf, die für die Entwicklung und Fertigung von Beschichtungsmaterialien wie Wafer benötigt werden. Ende 2006 übernahm ASML den Rivalen Brion Technologies.

ASML stellt daneben aber auch entsprechende thermische Systeme bereit, um Halbleiter entsprechend für die Weiterverarbeitung vorzubereiten. Insgesamt ist das Unternehmen ASML Holding in vier Unternehmensbereiche unterteilt. ASML Lithograpy, ASML Track, ASML Thermal und ASML Special Applications. Ferner bietet ASML über die Tochter MaskTools optische Lösungen zur Feinjustierung der Fertigungsanlagen für Halbleiter an. Die von MaskTools angebotene Simulationssoftware soll dabei die Lücke zwischen Design und Fertigung schließen. Über die Tochter Special Applications in San Jose/Kalifornien entwickelt das Unternehmen entsprechende Softwarelösungen, welche den Hardwarebereich ergänzen sollen.

Neben dem Stammhaus in Veldhoven unterhält ASML Fertigungsstätten in den USA und in den Niederlanden. Entwicklungs- und Forschungszentren in Indien, Korea und Taiwan ergänzen die Hightech-Schmiede. Mit mehr als 50 Vertriebs- und Serviceniederlassungen ist das Unternehmen heute in mehr als 16 Ländern weltweit vertreten. Das Asien-Geschäft trägt jedoch nach wie vor etwa 50 Prozent der gesamten ASML-Umsätze. Insgesamt beschäftigt die Gesellschaft mehr als 7.000 Mitarbeiter.

Zu den namhaften Kunden, welche auf die Hightech-Produkte der Niederländer setzen, zählen unter anderem der weltweit führende Halbeiterproduzent Taiwan Semiconductor Manufacturing Corp (TSMC), sowie der weltweit führende Prozessorhersteller Intel, sowie Toshiba. Zu den strategischen Partnern von ASML gehören unter anderem Philips, Carl Zeiss und Agilent, wobei der Elektronikkonzern Philips eine Minderheitsbeteiligung an ASML Holding hält.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet ASML Holding einen Umsatzsprung auf 958 Mio. Euro, ein Plus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei konnte ASML einen Nettogewinn von 172 Mio. Euro bzw. 215 Mio. Dollar oder 35 Euro-Cent je Aktie realisieren und damit die Analystenerwartungen übertreffen.

Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 920 Mio. Euro sowie mit einem Gewinn von 154 Mio. Euro kalkuliert.

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