Ariba sieht sich gut gerüstet

Mittwoch, 30. Mai 2007 00:00

(IT-Times) Der US-Softwarespezialist im Bereich Bestell- und Ausgaben-Management Ariba (Nasdaq: ARBA<ARBA.NAS>, WKN: 923835<RIB.FSE>) sieht sich derzeit im Wandel. Das Unternehmen will sein Geschäftsmodell mehr auf On-Demand-Angebote ausrichten, was zu Lasten des Servicegeschäfts gehen dürfte. Langfristig erhofft sich Ariba von dieser Umstellung allerdings ein florierendes Geschäft.

Erste Auswirkungen dieser Neuausrichtung zeigten sich schon im jüngsten Quartal. Während sich das Servicegeschäft rückläufig entwickelte, zog das Geschäft mit On-Demand-Lösungen deutlich an, was zu einem Plus von 15 Prozent im Software-Subscription-Geschäft führte. Der Auftragsbestand in diesem Segment überschritt nach Firmenangaben die Marke von 100 Mio. Dollar.

Ariba weiterhin an der Spitze

Auch das Marktforschungsunternehmen Forrester Research bescheinigt Ariba in einer jüngsten Studie Bestnoten. Unter 14 untersuchten Providern mit einem Umsatz von mehr als 16 Mio. US-Dollar bezeichneten die Marktforscher Ariba als „klarer Marktführer“. Allerdings hätten auch Oracle und SAP ihre eProcurement-Angebote verbessert und damit zu Ariba aufgeschlossen, meinen die Marktbeobachter.

Auch in BasWare sehen die Forrester-Analysten eine interessante Alternative vor allem für europäische Kunden. Fieldglass und IQNavigator werden ebenfalls gute Noten zugeschrieben, wobei die beiden Firmen vor allem im Servicebereich punkten konnten. Insgesamt wird dem Markt in den nächsten Jahren noch weiteres Wachstumspotential eingeräumt. Rund ein Drittel der von Forrester untersuchten 1.078 Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hätten überhaupt kein eProcurement-System, so die Marktforscher. Unternehmen, die bereits eProcurement-Systeme einsetzen, arbeiten zudem mit veralteten Systemen, die zur Jahrtausendwende installiert wurden. Viele eProcurement-Anbieter seien aber inzwischen vom Markt verschwunden (PurchasePro.com, Commerce One) oder von anderen Firmen übernommen worden, so das Resümee der Marktbeobachter. Ideale Voraussetzungen also für Unternehmen wie Ariba in den nächsten Jahren wieder stärker Fuß zu fassen…

Kurzportrait

Das im kalifornischen Sunnyvale ansässige und im Jahre 1996 gegründete Softwareunternehmen Ariba will dem produzierendem Gewerbe, wie auch der Finanzwirtschaft und der pharmazeutischen Industrie durch seine eProcurement-Software Einsparungen in Millionenhöhe ermöglichen. Eine entsprechende Online-Plattform soll demnach Lieferanten und Einkäufer zusammenführen und so nicht nur Vertragsverhandlungen vereinfachen, sondern auch entsprechende Kostenvorteile bieten. An Aribas elektronische Handelsplattform sind nach Firmenangaben mehr als vier Mio. Desktop-Systeme angeschlossen, welche über ein Netzwerk auf mehr als 100.000 Lieferanten zurückgreifen können. Mit der Lösung Ariba Spend Management sollen Firmenkunden ihre Ausgaben und Kosten in den Griff bekommen.

Um dieses Ziel zu realisieren arbeitet Ariba mit zahlreichen Technologiepartnern zusammen. Neben unabhängigen Softwarehäusern und Netzwerkprovidern kooperiert Ariba mit ASP- und Hosting-Anbietern als auch mit Systemintegratoren. Nachdem man im Jahr 1999 den B2B-Spezialisten Tradex übernahm, ergänzte Ariba sein Service- und Vertriebsnetz im Jahr 2003 durch die Übernahme der deutschen Goodex AG, welche das Geschäft in Europa weiter stärken sollte. Anschließend folgte die Übernahme der US-Softwarefirma Alliente, die den Bereich Business Process Outsourcing ergänzen soll. Mitte 2004 übernahm Ariba den elektronischen Marktplatz FreeMarkets, nachdem Ariba zu Jahresbeginn den Softwarespezialisten Softface schluckte. Mit der Übernahme von FreeMarkets gehört nunmehr auch der Marktplatz Covisint zu Ariba, nachdem FreeMarkets die ehemalige Commerce One-Plattform übernommen hatte.

Kunden der Gesellschaft genießen darüber hinaus weiterführenden technischen Support, Beratung, Ausbildungsseminare, sowie die Implementierung von Anwendungen. Insgesamt zählen 40 der 100 angesehensten US-Gesellschaften zum Kundenkreis von Ariba. Im Einzelnen setzen neben BMW, Audi, O2 und FedEx, sowie IT-Unternehmen wie Cisco Systems, Hewlett-Packard und Casio auf Ariba-Technologie. Im Finanzbereich lizenzierten die ABN Amro Bank, Bank of America als auch die US-Versicherungsgesellschaft MitLife Ariba-Software. Daneben zählen Southwest Airlines, sowie F. Hoffman La Roche zu den Kunden des Hauses. Neben dem Hauptsitz in Kalifornien unterhält die Gesellschaft noch weitere Niederlassungen in Nordamerika, Europa, Lateinamerika und in der Asien-Pazifik Region.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2007 meldet Ariba einen Umsatzrückgang auf 73,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 73,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Verlust vergrößerte sich zunächst auf 5,1 Mio. Dollar oder sieben US-Cent je Aktie, nach einem Minus von 2,6 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein Nettogewinn von 8,4 Mio. Dollar oder zehn US-Cent je Aktie, womit Ariba die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit einem Nettogewinn von neun US-Cent je Aktie kalkuliert.

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