Apple: iPod-Geschäft zeigt erste Schwächen

Donnerstag, 24. Januar 2008 12:31
Apple

(IT-Times) Mit einem äußerst konservativen Ausblick überraschte Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) seine Aktionäre und sorgte selbst dafür, dass sich Anleger in Massen von den Papieren trennten. Die Angst geht um, dass nunmehr auch Apple von einer Konjunkturdelle betroffen sein könnte.

iPod-Geschäft schwächelt
Doch scheint die drohende Rezessionsgefahr nicht allein für die immensen Kursverluste der Apple-Aktie verantwortlich. Zwar konnte Apple seine Umsätze und Gewinne über den Erwartungen steigern, doch bei genauerer Betrachtung der einzelnen Produkte stellt sich heraus, dass insbesondere der bisherige Verkaufschlager iPod wohl seinen Höhepunkt überschritten hat. Im letzten Quartal wuchs das iPod-Geschäft gerade einmal um fünf Prozent, während im Vorjahr noch ein Plus von 50 Prozent zu Buche stand. Zudem stagniert der iPod-Absatz in den USA. Mit dem neuen und teueren iPod Touch versucht Apple gegenzusteuern, doch könnte sich Apple hier schon bald einen Kanibalisierungseffekt gegenübersehen.

iPhone: Schwierige Verhandlungen in Asien
Auch beim iPhone konnte Apple nicht ganz die hohen Erwartungen erreichen. Zwar setzte Apple im jüngsten Quartal 2,3 Mio. iPhones ab, allerdings hatten Analysten wie Oppenheimer & Co Analyst Lawrence Harris mit 2,4 Mio. verkauften Apple-Handys gerechnet. Zwar wird dem Apple-Handy mit dem angehenden Start in Asien noch ein großes Umsatzpotential eingeräumt, doch ist derzeit noch fraglich, ob sich die dortigen Mobilfunkpartner auf das Umsatzteilungsmodell von Apple einlassen. Während man sich in Japan noch gegen dieses Geschäftsmodell sträubt, hat China Mobile die Verhandlungen mit Apple bereits abgebrochen. Es besteht daher die Möglichkeit, dass sich Apple in Asien mit einer niedrigeren Beteiligung an den Mobilfunkerlösen zufrieden geben muss.

Wachstumsmotor Macintosh
Die Hoffnungen ruhen daher auf dem neuen Macbook Air, dass Apple-Chef Steve Jobs im Rahmen der jüngsten Macworld aus dem Hut zauberte. Das weltweit dünnste Notebook soll Apples Marktanteil im PC-Markt weiter erhöhen. Bereits im jüngsten Quartal konnte Apple 2,31 Mio. Macs (+44 Prozent gegenüber dem Vorjahr) ausliefern und einen Umsatzzuwachs von 47 Prozent verbuchen. RBC Capital Markets Analyst Mike Abramsky geht davon aus, dass Apple seinen Marktanteil im weltweiten PC-Markt in diesem Jahr von zuletzt 3,1 auf 3,8 Prozent steigern wird können.

Ein Marktanteilsgewinn von 0,25 Prozentpunkten komme einem Mehrumsatz von 700 Mio. Dollar sowie einem Plus von elf US-Cent je Aktie gleich, rechnet RBC-Experte Abramsky vor. Dabei dürfte Apple auch von seinem neuen MacBook Air profitieren. Abramsky geht davon aus, dass Apple allein im laufenden ersten Quartal 2008 zwischen 50.000 und 100.000 MacBook Air Geräte absetzen wird…

Kurzportrait

Apple Inc leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steven Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod auch einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Inzwischen konnte Apple bereits deutlich mehr als 100 Millionen Einheiten seines Verkaufsschlagers iPod absetzen. Der inzwischen auch in Europa und Asien gestartete Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über drei Mrd. Musik-Songs aus dem Netz geladen. Mit Final Cut Pro und iMovie will das Unternehmen vor allem auch Multimedia-Spezialisten ansprechen. Die kostenlose Anwendung iPhoto soll Fotofreunde eine Hilfestellung beim Sichten und Bearbeiten von entsprechendem Fotomaterial an die Hand geben. Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem. Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche. Anfang 2007 stieg Apple mit dem iPhone auch in den Mobilfunkmarkt ein. Gleichzeitig stellte man mit Apple TV eine neue set-top Box für das Wohnzimmer vor. Mit dem iPod Touch präsentierte Apple zuletzt einen neuen portablen Media-Player mit einem Touchscreen-Display. Anfang 2008 präsentierte Apple mit dem MacBook Air den weltweit dünnsten Notebook-PC.

Über die 100%ige Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an. Zuletzt stellte das Unternehmen mit dem iPod Shuffle und dem Mac Mini kostengünstige Einstiegsvarianten seiner Flagschiffprodukte vor.

Zahlen

Für das zurückliegende Dezemberquartal meldete Apple einen Umsatzsprung auf 9,6 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 7,12 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei erwirtschaftete Apple einen Nettogewinn von 1,58 Mrd. Dollar oder 1,76 Dollar je Aktie, nachdem im Jahr vorher ein Plus von 1,0 Mrd. Dollar oder 1,14 Dollar je Aktie zu Buche stand.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Apple die Markterwartungen übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 9,47 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,62 Dollar je Aktie kalkuliert.

Ursächlich für die erfreulichen Zahlen war einmal mehr die hohe Nachfrage nach Macintosh-Rechnern, sowie iPod-Musikplayern und dem iPhone-Handy. So konnte Apple 22,12 Mio. iPods und 2,32 Mio. Macs im jüngsten Quartal verkaufen. Zudem gingen mit 2,31 Mio. iPhones ebenso viele Apple-Handys über die Ladentheke. Apple-Chef Steve Jobs bezeichnete das jüngste Quartal als das beste Quartalsergebnis in der Unternehmensgeschichte. Zudem konnte Apple einen positiven Cashflow in Höhe von 2,7 Mrd. Dollar aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschaften und das Quartal mit Barreserven von 18,4 Mrd. Dollar beenden.

Meldung gespeichert unter: Apple

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