Apple - die Ruhe vor dem großen Sturm

Donnerstag, 26. Juli 2012 13:32
Apple

(IT-Times) - Apple hat zwar im vergangenen Quartal die Analystenerwartungen verfehlt, dennoch wertet die Mehrheit im Analystenlager die enttäuschenden iPhone-Absatzzahlen nicht als Zeichen einer Marktsättigung im Smartphone-Markt, sondern eher als kurzes Durchatmen vor dem großen Sturm.

iPhone-Absatz enttäuscht - alle warten auf das iPhone 5
Zwar tut Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) alles dafür, um seine Produktpläne geheim zu halten, dennoch spekulieren Analysten, Blogs und Technikseiten munter weiter, wann das neue iPhone 5 wohl auf den Markt kommen wird. Diese Spekulationen blieben offenbar nicht ohne Wirkung. Konnte Apple im zweiten Fiskalquartal 2012 noch 35,1 Millionen iPhones absetzen, brach der iPhone-Absatz im dritten Fiskalquartal auf 26 Millionen Einheiten ein. Analysten hatten im Schnitt mit 28 bis 29 Millionen verkauften Telefonen gerechnet.

Konsumenten hielten sich ganz offensichtlich mit Käufen zurück, warten viele Privat- aber auch Geschäftskunden auf das neue iPhone, dass voraussichtlich im September oder Oktober auf den Markt kommen wird. Bei Apple wollte man weder das Produkt, noch die Markteinführung bestätigen, der Mac-Hersteller spricht aber von einer insgesamt schwächeren Nachfrage in Europa und China.

Apple hängt die Konkurrenz auch im TV-Markt ab
Dennoch hat der Mac-Hersteller trotz Wirtschafts- und Finanzkrise allen Grund zur Zuversicht. Zum einen verwies Apple-Chef Tim Cook auf neue Produkte, die in der Pipeline sind, zum anderen verkaufen sich bestehende Produkte wie der iPad und auch die Set-Top-Box Apple TV blendend. Allein der Absatz der Apple TV Set-Top-Box schnellte im jüngsten Quartal um 170 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,3 Millionen Einheiten in die Höhe. Seit der Umstellung auf iOS und auf den günstigeren Preis von 99 Dollar konnte Apple bis dato 6,8 Millionen Apple TV Geräte verkaufen und ließ damit Konkurrenten wie Google (Google TV) und Rovio weit hinter sich.

Der Absatzboom bei der Set-Top-Box dürfte bei Apple Appetit auf mehr wecken. Marktbeobachter glauben, dass Apple längst an einem IPTV-basierten TV-Fernseher (Apple iTV) mit iOS-Betriebssystem arbeitet, der möglicherweise Ende dieses Jahres oder im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll.

Analysten erwarten iPhone-Absatzexplosion im Dezemberquartal
Insgesamt könnte das anstehende Fiskaljahr 2013, welches im Oktober beginnt, zu einem wahren Produktfeuerwerk werden, denn neben dem neuen iPhone 5 wird auch noch ein 7,85-Zoll großer iPad mini für 249 bis 299 Dollar erwartet. KGI Securities Analyst Ming-Chi Kuo erwartet das Gerät bis Ende September, wodurch Apple allein im vierten Quartal 13 Millionen iPad mini verkaufen könnte. Im Bezug auf das neue iPhone erwartet Kuo wie auch ISI-Analyst Brian Marshall, dass der iPhone-Absatz im vierten Quartal erstmals die Marke von 50 Millionen Einheiten überschreiten wird.

Kurzportrait

Apple leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steve Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen. Über die 100%ige Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod auch einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Der inzwischen weltweit verfügbare Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über acht Mrd. Musik-Songs aus dem Netz geladen.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem (Mac OS X). Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche. Anfang 2007 stieg Apple mit dem iPhone auch in den Mobilfunkmarkt ein. Mitte 2008 folgte mit dem iPhone 3G ein Nachfolger mit GPS- und UMTS-Unterstützung. Mitte 2009 stellte Apple dann das schnellere iPhone 3GS vor, Mitte 2010 folgte mit dem iPhone 4 der noch schnellere Nachfolger, der vor allem mit einem hochauflösenden Display (Retina) glänzt. Anfang 2010 stellte Apple mit dem iPad einen neuartigen Tablet PC vor, im Frühjahr 2011 brachte Apple mit dem iPad 2 den Nachfolger seines ersten Erfolgsmodells auf den Markt, im Herbst 2011 folgte das iPhone 4S mit dem Sprachassistenten Siri.

Gleichzeitig präsentierte man mit Apple TV für 99 Dollar eine neue Set-Top-Box für das Wohnzimmer. Mit dem iPod Touch präsentierte Apple zudem einen neuen portablen Media-Player mit einem Touchscreen-Display. Anfang 2008 stellte Apple mit dem MacBook Air den damals weltweit dünnsten Notebook-PC vor. Im Dezember 2009 kaufte Apple den digitalen Musikservice Lala auf. Anfang 2012 bestätigte Apple die Übernahme der israelischen Anobit Technologies. Zudem wurde Anfang 2012 die App-Suchmaschine Chomp übernommen.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldete Apple einen Umsatzanstieg um 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 35,0 Mrd. US-Dollar. Dabei konnte Apple einen Nettogewinn von 8,8 Mrd. Dollar oder 9,32 Dollar je Aktie realisieren, nach einem Profit von 7,3 Mrd. Dollar oder 7,79 Dollar je Aktie in der Vorjahresperiode. Die Bruttomargen summierten sich im jüngsten Quartal auf 42,8 Prozent, nach 41,7 Prozent im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Vorfeld allerdings im Schnitt mit Einnahmen von 37,25 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 10,35 Dollar je Aktie gerechnet.

Apple konnte im vergangenen Quartal 26 Millionen iPhones, 17 Millionen iPads und vier Millionen Mac-Rechner absetzen. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit 28 Millionen verkauften iPhones gerechnet. Die iPad-Verkaufszahlen lagen dagegen leicht über den Schätzungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Absatz von 15 bis 16 Millionen Einheiten gerechnet hatten. Von seinem Musik-Player iPod konnte Apple im jüngsten Quartal 6,8 Millionen Einheiten absetzen, ein Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Set-Top-Box Apple TV verkaufte sich im jüngsten Quartal 1,3 Millionen Mal. Insgesamt konnte Apple das Quartal mit Barreserven von 117,2 Mrd. Dollar beenden.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Apple

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