Appell an die Bundesnetzagentur: Entgelte für die KVz-TAL müssen deutlich sinken, um den Glasfaserausbau in Deutschland zu forcieren

Dienstag, 21. Dezember 2010 14:24
BREKO

Bonn, 20. Dezember 2010: Die Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Telekom Deutschland, die die Wettbewerber monatlich für die "letzte Meile" zu ihren Kunden an den Ex-Monopolisten zahlen, werden im Frühjahr 2011 durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) turnusmäßig neu festgelegt. In Deutschland werden bereits mehr als 10 Millionen Telefon- und Breitbandanschlüsse der Wettbewerber mit Hilfe der TAL realisiert. Allein die Mitglieder des Bundesverbandes Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) haben über 6 Millionen TALs gemietet.

Der neue Präsident des BREKO, Ralf Kleint, betont: "Das richtige Signal für raschen Glasfaserausbau auch und gerade in der Fläche ist eine deutliche Absenkung der TAL-Entgelte. Die Mitgliedsunternehmen des BREKO werden dann den Glasfaserausbau deutlich intensiver vorantreiben und bei der Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung mithelfen können." Gerade die alternativen Telekommunikationsanbieter sind zu Investitionen in bislang unterversorgten, ländlichen Gebieten bereit. Allein die BREKO-Unternehmen haben im Jahr 2010 rund 1,5 Mrd. Euro in den Glasfaserausbau, vor allem in die so genannten "weißen Flecken" investiert.

Fest steht: In den nächsten Jahren werden nicht in alle Häuser in Deutschland Glasfaseranschlüsse gelegt werden können. Daher ist der BREKO der Überzeugung, dass für den schnellen und wirtschaftlich tragfähigen Glasfaserausbau bis zum Endkunden Zwischenschritte erforderlich sind. Ein solcher Zwischenschritt ist die Verlegung von Glasfasern bis zum  Kabelverzweiger (KVz), den "grauen Verteilerkästen" am Straßenrand. Hierdurch wird die Kupferstrecke zum Kunden so kurz, dass Bandbreiten von 50 MBit/s möglich werden. "Der regulierte Preis für die Miete der KVz-TAL (die "allerletzte Meile") hat damit besonderen Einfluss auf die wirtschaftlich tragfähige Realisierung leistungsfähiger Breitbandanbindungen. Die deutliche Absenkung der KVz-TAL ist daher eine wichtige Stellschraube für die Forcierung des Glasfaserausbaus in Deutschland", führt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers aus. Hinzu kommt, dass die Telekom Deutschland durch die hohen Einnahmen aus ihrem alten Kupfernetz keinerlei Anreize erhält, selbst in eine moderne Glasfaserinfrastruktur zu investieren. Gleichzeitig werden den Wettbewerbern die Finanzmittel entzogen, die sie für eigene Infrastrukturinvestitionen benötigen.

In der Vergangenheit hat die BNetzA die Entgelte für die TAL auf der Grundlage der Wiederbeschaffungskosten des Kupfernetzes der Telekom Deutschland berechnet. BREKO-Präsident Kleint erläutert: "Die TAL-Berechnungsgrundlage haben wir immer wieder kritisiert, denn das "alte" Kupfernetz ist fast vollständig abgeschrieben." Das Verwaltungsgericht Köln, der Europäische Gerichtshof sowie verschiedene Gutachten bestätigen, dass bei der Festlegung des TAL-Entgeltes die tatsächlichen Kosten zu berücksichtigen sind. "Die Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten" - so appelliert Albers an die Bundesnetzagentur - "muss eine spürbare Absenkung der KVz-TAL zur Folge haben und wird sich somit positiv auf den Glasfaserausbau in Deutschland auswirken."

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