AOL und Yahoo - das Dream-Team gegen Google?

Internet & Services

Freitag, 14. Februar 2014 13:43
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(IT-Times) - AOL-Chef Tim Armstrong kann zufrieden sein. Das Jahr 2013 war für AOL das erfolgreichste Jahr seit einem Jahrzehnt, so der AOL-Manager. In den vergangenen 12 Monaten legte der AOL-Aktienkurs um rund 33 Prozent zu und erreichte jüngst ein 10-Jahreshoch bei über 50 US-Dollar.

Tatsächlich konnte AOL seine Einnahmen aus dem Online-Werbegeschäft weiter steigern, während das schrumpfende Internetzugangsgeschäft an Bedeutung verliert. Das Internetzugangsgeschäft steuerte zuletzt nur noch 23 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei, während das Online-Werbegeschäft zuletzt zweistellig zulegte.

AOL verkauft Mehrheit an Patch an Hale Global
Auch die Probleme im Zusammenhang mit seinem teils defizitären lokalen Newsnetzwerk Patch.com hat AOL (NYSE: AOL, WKN: A0YECX) elegant gelöst. Im Januar verkaufte AOL die Mehrheit an Patch.com an den Investor Hale Global, wobei AOL künftig als passiver Minderheitsaktionär fungieren wird. Der Deal soll noch im ersten Quartal zum Abschluss kommen.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf werden weitere Beschäftigte wohl ihren Job verlieren, wenn auch die noch vorhandenen 900 Patch-Seiten weiter erhalten bleiben sollen. Laut Hale Global und AOL ist ein Relaunch von Patch als Plattform für Inhaltslieferanten und Geschäfte geplant. Zudem sollen Patch-Seiten für das Mobile- und Social Media-Zeitalter auf Vordermann gebracht werden. Werbetreibende sollen zudem künftig Zugang zu Tools erhalten, um ihre eigenen Werbeanzeigen für Patch zu schalten können.

Gerüchte über Fusion von AOL und Yahoo!
Für Gesprächsstoff sorgte jedoch ein anderes Thema. Beim kanadischen Hedgefund Ironfire Capital, der sowohl AOL-, als auch Yahoo-Aktien hält, steht außer Frage, dass AOL und Yahoo eines Tages fusionieren werden, wie CNNMoney berichtet.

Die Gerüchte sorgten im Januar für heftige Kursausschläge bei AOL-Aktien, denn ein Merger zwischen beiden Firmen würde zumindest auf dem Papier durchaus Sinn machen. Die beiden Unternehmen könnten ihre Werbevermarktungsteams zusammenlegen und so viel Geld sparen. Auch die Entwicklungskräfte für den Suchmaschinenbereich ließen sich weiter bündeln.

Yahoo!-Chefin Marissa Mayer steht ohnehin unter Druck, nachdem das Internet-Portal trotz Fortschritte weiter Marktanteile an Google und Facebook verliert. Bei AOL sieht es nicht viel besser aus. Zwar wuchs der AOL-Umsatz im vierten Quartal 2013 um 13 Prozent, doch auch der weltweite digitale Werbemarkt legte in 2013 um 13 Prozent zu, so die Marktforscher bei eMarketer. Damit konnte AOL unter dem Strich praktisch keinen Boden im weltweiten Werbemarkt gut machen.

Doch ob eine Fusion von AOL und Yahoo! wirklich kommt, bezweifeln viele Marktbeobachter. Beide Internetkonzerne werden von zwei starken Persönlichkeiten geführt, weder Mayer noch Armstrong dürften freiwillig ihren Führungsanspruch abgeben. Darüber hinaus müssen beide Internetfirmen noch beweisen, dass sie auch allein erfolgreich sein können.

Kurzportrait

Die in New York ansässige AOL wurde im Dezember 2009 wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, nachdem AOL vor über einem Jahrzehnt von Time Warner im Rahmen einer Milliardentransaktion übernommen wurde.

Heute präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. AOL operiert heute im Wesentlichen aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: AOL Properties und Third Party Network. Unter AOL Properties ist das Geschäft mit eigenen Web-Portalen zusammengefasst, während unter Third Party Network das Geschäft mit Advertising.com, goviral A/S (goviral) und 5 Minutes beheimatet ist. Unter AOL Advertising vermarktet das Unternehmen nicht nur Drittseiten, sondern auch seine eigenen Angebote unter dem Dach von AOL Media.

AOL betreibt populäre Webseiten wie Asylum.com, Engadget.com, TechCrunch.com, DailyFinance, Huffington Post, FanHouse, PoliticsDaily, Games.com, Moviefone und WalletPop.com betrieben werden.

Daneben betreibt AOL auch den Online-Kartenservice MapQuest, der gleichzeitig auch als Routen- und Stadtplaner dient. In diesem Zusammenhang betreibt AOL unter anderem die Dienste AOL City Guide, Going.com und When.com. Über die AOL-Tochter Adtech AG lizenziert das Unternehmen Online-Werbetechnik an Drittunternehmen.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich AOL durch eine ganze Reihe von Zukäufen. Anfang 2006 kaufte AOL den Videosuchdienst Truveo und Games.com. Anschließend übernahm AOL den Video-Werbespezialisten Lightningcast und das Online-Spielemagazin GameDaily.com. In 2007 wurden mit ThirdScreen Media und Adtech AG zwei Werbespezialisten übernommen. Im Frühjahr 2008 kaufte AOL den britischen Social-Networking-Spezialisten Bebo sowie die Bloging-Engine Sphere und Socialthing. Mitte 2009 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von Patch Media (Patch.com).

Anfang 2011 wurde der Content-Empfehlungsdienst Surphace (Sphere) wieder verkauft, gleichzeitig wurde das Videovertriebsnetz goviral übernommen. Im März 2011 kaufte AOL die Newsplattform „Huffington Post“. Mitte 2013 schluckte AOL Online-Videplattform Adap.tv für über 400 Mio. Dollar. Anfang 2014 verkaufte AOL die Mehrheit an seinem lokalen Newsnetzwerk Patch.com an Hale Global.

Zahlen

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