AOL - Turnaround lässt weiter auf sich warten

Donnerstag, 29. April 2010 12:36
AOL2.gif

(IT-Times) - Mit einem Kursminus von mehr als 14 Prozent gehörten die Aktien des Online-Portals AOL (NYSE: AOL, WKN: A0YECX) am Vortag zu den Hauptverlierern an der New Yorker Börse.

Das Unternehmen musste einen Gewinneinbruch von 58 Prozent melden und verfehlte damit auch die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich. Während Wettbewerber wie Google ihre Online-Werbeerlöse steigern konnten, schrumpften die Werbeerlöse bei AOL um 19 Prozent auf 354,3 Mio. Dollar. Auch die Einnahmen aus dem Internet-Servicegeschäft brachen um 28 Prozent auf 282,7 Mio. Dollar ein, nachdem die Zahl der Internetzugangskunden um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr erodierte.

AOL vor weiterem Stellenabbau
Der von Google gekommene AOL-Chef Tim Armstrong sieht sich dennoch auf den richtigen Weg. Die Probleme im Bereich Online-Werbung seien zu 100 Prozent auf die Stellenkürzungen bei AOL sowie anderen Anpassungen zurückzuführen, erklärt der AOL-Manager. AOL hatte die entsprechende Sparte in den USA einer Reorganisation unterzogen und dabei auch Stellen abgebaut.

Insgesamt ist die Zahl der AOL-Mitarbeiter von 7.000 auf 5.000 Beschäftigte gesunken. Darüber hinaus deutet Armstrong einen weiteren Stellenabbau an, wobei insbesondere die internationalen Operationen auf dem Prüfstand stehen.

Der Umbau bei AOL dürfte damit auch in den nächsten Quartalen weitergehen. Einen ersten größeren Schritt hat das Unternehmen bereits am Vortag getan und seinen Instant-Messenger ICQ an die russische Digital Sky Technologies verkauft. Der Deal spült AOL 187,5 Mio. Dollar in die Kasse.

Auch die Trennung vom britischen Social-Network Bebo steht unmittelbar bevor. Laut AOL-Finanzchef Artie Minson soll Bebo bis Ende Mai entweder verkauft, oder geschlossen werden.

AOL sucht neuen Partner im Suchmaschinengeschäft
Daneben sucht AOL für das schwächelnde Suchmaschinengeschäft nach Aussagen von Armstrong nunmehr einen neuen Partner. Das Geschäft mit Suchmaschinen- und kontextbezogener Werbung schrumpfte im jüngsten Quartal um 23 Prozent. Gleichzeitig spielt AOL mit einem Marktanteil von 2,5 Prozent im US-Suchmaschinenmarkt weiterhin kaum eine Rolle.

Der entsprechende Suchmaschinenkontrakt mit Google läuft zum Jahresende aus. Dementsprechend will man im Sommer bzw. im Herbst aktiv werden und einen entsprechenden Deal unter Dach und Fach bringen. Als heißer Kandidat gilt dabei Microsoft mit seiner neuen Suchmaschine Bing. Wenn die finanziellen Voraussetzungen stimmen, könnte im nächsten Jahr schon die Microsoft-Suchmaschine für die Suchergebnisse auf den AOL-Seiten sorgen…

Kurzportrait

Die in New York ansässige AOL wurde im Dezember 2009 wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, nachdem AOL vor gut einem Jahrzehnt von Time Warner im Rahmen einer Milliardentransaktion übernommen wurde.

Heute präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. Um sein Online-Angebot zu vermarkten betreibt das Unternehmen ein eigens Online-Vermarktungsnetzwerk. Unter AOL Advertising vermarktet das Unternehmen nicht nur Drittseiten, sondern auch seine eigenen Angebote unter dem Dach von AOL Media.

AOL Media fungiert dabei als Online-Publisher und betreibt unter anderem die Hauptseite AOL.com. Darüber hinaus lizenziert AOL Media auch Content an Drittanbieter, wobei daneben auch die Seiten Asylum.com, Engadget.com, DailyFinance, FanHouse, PoliticsDaily, Games.com, Moviefone und WalletPop.com betrieben werden.

Daneben betreibt AOL auch den Online-Kartenservice MapQuest, der gleichzeitig auch als Routen- und Stadtplaner dient. In diesem Zusammenhang betreibt AOL unter anderem die Dienste AOL City Guide, Going.com und When.com.

Neben dem Portal-Angebot stellt AOL auch Email-Services wie AOL Mail in den USA bereit. Neben der Vermarktung von Drittanbieterwebseiten geniert AOL auch Umsätze durch Lizenz- und Abogebühren für kostenpflichtige Inhalte und Services. Über die AOL-Tochter Adtech AG lizenziert das Unternehmen Online-Werbetechnik an Drittunternehmen.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich AOL durch eine ganze Reihe von Zukäufen. Anfang 2006 kaufte AOL den Videosuchdienst Truveo Inc und Games.com. Anschließend übernahm AOL den Video-Werbespezialisten Lightningcast sowie das Online-Spielemagazin GameDaily.com. Anfang 2007 verstärkte sich AOL in Europa durch die Übernahme von TradeDoubler. Gleichzeitig wurden mit ThirdScreen Media und Adtech AG zwei Werbespezialisten übernommen. Im Frühjahr 2008 kaufte AOL den britischen Social-Networking-Spezialisten Bebo sowie die Bloging-Engine Sphere und Socialthing. Mitte 2009 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von Patch Media (Patch.com). Anfang 2010 kaufte AOL den Online-Videospezialisten StudioNow. Im Frühjahr 2010 trennte sich AOL von seinem Instant-Messenger ICQ und verkaufte die Einheit für 187,5 Mio. Dollar an Digital Sky Technologies.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: AOL

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...