AOL mit erfolgreichen Umbau - Beginn einer Wachstumsära?

Internet-Portal kann erstmals wieder wachsen

Dienstag, 12. Februar 2013 14:36
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(IT-Times) - AOL ist wieder da. Das amerikanische Internet-Portal hat offenbar unter der Führung des ehemaligen Google-Managers Tim Armstrong die Wende zu mehr Wachstum eingeleitet. AOL-Aktien präsentieren sich deutlich fester und legten zuletzt um über sieben Prozent zu.

Erstmals seit acht Jahren konnte AOL (NYSE: AOL, WKN: A0YECX) auf Quartalsbasis wieder ein Umsatzwachstum generieren. Das Jahr 2013 könnte der Beginn einer langen Wachstumsära sein, glaubt Armstrong. Der ehemalige Google-Manager hatte AOL in den vergangenen Jahren umgebaut und neu ausgerichtet.

Ganz über den Berg ist AOL aber noch nicht. Im schrumpfenden Internet-Zugangsgeschäft wird nach wie vor der Großteil der Gewinne (70 Prozent) erwirtschaftet. Allerdings schrumpfte das Internet-Zugangsgeschäft zuletzt langsamer als erwartet, nachdem es AOL gelungen ist Wege zu finden, um mit Zusatzservices Internetzugangskunden bei der Stange zu halten.

Online-Werbegeschäft wächst dank Project Devil kräftig
Gleichzeitig gelang es AOL sein Werbegeschäft weiter auszubauen. Im Suchmaschinengeschäft wuchsen die Erlöse um 17 Prozent, während das Geschäft mit Third Party Werbenetzwerke um 37 Prozent auf 183,5 Mio. US-Dollar zulegte. Mit ein Grund für den Erfolg dürfte das „Project Devil“ sein.

Dieses Projekt sieht eine bessere und effektivere Werbepräsentation für Markenunternehmen vor. So stellt das System beispielsweise sicher, dass nur ein Werber pro Seite auftritt. Die Devil-Werbung ist zudem flexibel genug, um Fotos, Videos, Text- und Mapping-Funktionen, die den nächsten Shop zeigen, einzublenden. Änderungen der entsprechenden Medien kann der Werber in Echtzeit vornehmen.

Marktbeobachter und Analysten wie Needham & Co Expertin Laura Martin sehen darin Marktchancen im Volumen von 50 Mrd. US-Dollar. Geld, welches aktuell noch in traditionelle TV-Werbung fließt. Dies könnte sich in Zukunft nicht zuletzt durch das Project Devil ändern.

Die Prognosen für AOLs lokales Newsnetzwerk Patch sehen noch besser aus. Hier seien noch höhere Werbepreise zu erzielen als beim Project Devil, glaubt Martin. Bei Needham geht man davon aus, dass die lokalen Patch-Seiten binnen 12 Monaten profitabel sein werden.

Patch.com soll in Q4 2013 profitabel sein
Der Grund: Rund 80 Prozent der Haushalte geben ihr Geld innerhalb von 12 Meilen ihres Wohnsitzes aus. Doch noch ist es noch nicht soweit. Patch.com sorgte mit seinen rund 900 Lokal-Seiten in 2012 mit Umsätzen von 34 Mio. US-Dollar eher für eine Enttäuschung. Erwartet wurden Einnahmen von 40 bis 50 Mio. Dollar.

Dennoch hält AOL CEO Tim Armstrong an seiner Prognose fest. Patch.com soll im vierten Quartal 2013 die Profitabilität erreichen, so der Manager.

Kurzportrait

Die in New York ansässige AOL wurde im Dezember 2009 wieder als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, nachdem AOL vor über einem Jahrzehnt von Time Warner im Rahmen einer Milliardentransaktion übernommen wurde.

Heute präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. AOL operiert heute im Wesentlichen aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: AOL Properties und Third Party Network. Unter AOL Properties ist das Geschäft mit eigenen Web-Portalen zusammengefasst, während unter Third Party Network das Geschäft mit Advertising.com, goviral A/S (goviral) und 5 Minutes beheimatet ist. Unter AOL Advertising vermarktet das Unternehmen nicht nur Drittseiten, sondern auch seine eigenen Angebote unter dem Dach von AOL Media.

AOL Media fungiert dabei als Online-Publisher und betreibt unter anderem die Hauptseite AOL.com. Darüber hinaus lizenziert AOL Media auch Content an Drittanbieter. AOL betreibt die Seiten Asylum.com, Engadget.com, TechCrunch.com, DailyFinance, FanHouse, PoliticsDaily, Games.com, Moviefone und WalletPop.com betrieben werden.

Daneben betreibt AOL auch den Online-Kartenservice MapQuest, der gleichzeitig auch als Routen- und Stadtplaner dient. In diesem Zusammenhang betreibt AOL unter anderem die Dienste AOL City Guide, Going.com und When.com. Über die AOL-Tochter Adtech AG lizenziert das Unternehmen Online-Werbetechnik an Drittunternehmen.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich AOL durch eine ganze Reihe von Zukäufen. Anfang 2006 kaufte AOL den Videosuchdienst Truveo und Games.com. Anschließend übernahm AOL den Video-Werbespezialisten Lightningcast und das Online-Spielemagazin GameDaily.com. Anfang 2007 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von TradeDoubler. Gleichzeitig wurden mit ThirdScreen Media und Adtech AG zwei Werbespezialisten übernommen. Im Frühjahr 2008 kaufte AOL den britischen Social-Networking-Spezialisten Bebo sowie die Bloging-Engine Sphere und Socialthing. Mitte 2009 verstärkte sich AOL durch die Übernahme von Patch Media (Patch.com), später wurde durch Patch.com das Newnetz Outside.in geschluckt.

Daneben verstärkte sich AOL durch die Übernahmen von 5min, Thing Labs (Brizzly), TechCrunch, Pictela und About.me. Ende 2010 trennte sich AOL zudem von seinem Investment in Kayak Software Corporation. Anfang 2011 wurde der Content-Empfehlungsdienst Surphace (Sphere) wieder verkauft, gleichzeitig wurde das Videovertriebsnetz goviral übernommen. Im März 2011 kaufte AOL die Newsplattform „Huffington Post“ für 315 Mio. Dollar.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: AOL

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