AMD vor Strategiewechsel - ARM-basierte Prozessoren statt x86?

Donnerstag, 28. April 2011 13:47
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(IT-Times) - Der Intel-Rivale Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) hat im vergangenen ersten Quartal 2011 seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln können, nachdem das Unternehmen von einer guten Nachfrage nach seinen neuen Fusion-Chips profitierte.

Die Fusion-Auslieferzahlen hätten die Erwartungen weit übertroffen, heißt es aus dem Unternehmen. So konnte AMD im jüngsten Quartal drei Millionen Accelerated Processing Units (APU) der Brazos-Plattform zur Auslieferung bringen. Ein ähnliches Ziel visiert AMD nach einem Bericht von DigiTimes zufolge auch im anstehenden dritten Quartal an - dann sollen drei Millionen "Llano" APUs verkauft werden.

Llano-Prozessoren sollen für neuen Schwung im zweiten Halbjahr sorgen
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen im dritten Quartal 2011 sechs Llano APUs auf den Markt kommen. Bei der Llano-Reihe handelt es sich um neue Fusion-Prozessoren, die speziell für den Einsatz in Notebooks konzipiert sind. Mit der Llano-Plattform will AMD zudem den Mainstream-Markt angehen, den bekanntlich größten Markt im Chipsegment.

Die Llano-Plattform soll mittelfristig zum Zugpferd innerhalb des Unternehmens avancieren, wobei AMD mit Hilfe der neuen Fusion-Reihe hofft, seinen Marktanteil von rund 20 Prozent im vergangenen Jahr auf 30 Prozent auszubauen. Darüber hinaus soll die Llano-Plattform auch für steigende Durchschnittspreise sorgen und damit den Preisverfall der letzten Jahre entgegenwirken.

Trotz der Fortschritte in den vergangenen Jahren rätseln Marktbeobachter weiterhin über die langfristige Zukunftsfähigkeit von AMD. Zwar hat AMD seine Fertigung in das Joint Venture GlobalFoundries ausgelagert und damit seine Kosten deutlich senken können, dennoch sehen Marktbeobachter die Zukunft von AMD ohne einen starken Partner skeptisch.

AMD vor Partnerschaft mit ARM Holdings
Vor allem im boomenden Tablet- und Smartphone-Markt hat AMD wie auch der große Rivale Intel bislang das Nachsehen gegen den britischen Chipentwickler ARM Holdings, dessen Prozessoren in zahlreichen erfolgreichen Smartphones zu finden ist. Eine Übernahme von AMD durch ARM Holdings scheint derzeit allerdings wenig wahrscheinlich, zu schwach ist die Wettbewerbsposition von AMD gegenüber Intel.

Als wahrscheinlicher gilt jedoch, dass AMD ARM-Prozessoren lizenzieren und stattdessen der x86-Architektur den Rücken kehren wird, um im Smartphone- und Tablet PC Markt wirkungsvoller Fuß zu fassen. Im Rahmen der anstehenden Fusion Entwicklerkonferenz (13. bis 16. Juni) werden sowohl Microsoft und ARM vertreten sein, gut möglich, dass AMD dann bereits einen Strategiewechsel bekannt geben wird...

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund ein Viertel der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2011 meldet AMD einen Umsatzanstieg von 1,573 Mrd. US-Dollar auf 1,613 Mrd. Dollar. Beim operativen Gewinn hingegen verzeichnete AMD nahezu eine Viertelung. So sank dieser bei einer Bruttomarge von 43 Prozent um 70 Prozent auf 54 Mio. Dollar. Hintergrund des Rückgangs war ein schlechteres Graphics Segment. Dort sank der der operative Gewinn von 47 Mio. Dollar im ersten Quartal 2010 auf nun 19 Mio. Dollar.

Der Nettogewinn lag dennoch mit 510 Mio. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 257 Mio. Dollar. Pro Aktie ergibt sich damit ein Gewinn von 0,68 Dollar nach 0,35 Dollar vor einem Jahr. Anzumerken ist allerdings, dass dieser eine nicht-cash-Komponente im Umfang von 492 Mio. Dollar enthält, welche sich aus Beteiligungen an Chartered Semiconductor und GF ergibt. Ohne diese wäre ein deutlicher Rückgang verzeichnet worden.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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