AMD vor massiver Entlassungswelle

Prozessoren

Montag, 15. Oktober 2012 14:10
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Der Prozessorhersteller AMD hatte in der Vorwoche vor schwächeren Umsatzzahlen gewarnt. Der Intel-Konkurrent erwartet für das vergangene Septemberquartal einen Umsatzrückgang um zehn Prozent, nachdem AMD bislang nur mit einem Rückgang von einem Prozent gerechnet hatte.

Nunmehr scheint es, dass bei AMD eine neue Entlassungswelle droht. Bereits im November 2011 hatte AMD rund 1.400 Arbeitsplätze abgebaut. Der Grund für die Misere ist zum einen die rückläufige Nachfrage nach PCs, sowie sinkende Marktanteile, nachdem Intel mit seinen neuen Sandy Bridge Prozessoren zuletzt offenbar wieder Marktanteile gewinnen konnte.

US-Medien: AMD will 20 bis 30 Prozent der Stellen streichen
Wie nunmehr US-Medien (CNET, AllThingsD, Bloomberg) berichten, will AMD (NYSE: AMD, WKN: 863186) weitere 20 bis 30 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen. Dadurch könnten nochmals bis zu 3.500 Stellen wegfallen. Per Ende Juni 2012 beschäftigte AMD weltweit noch über 11.700 Mitarbeiter. Offiziell sollen die Stellenkürzungen noch in dieser Woche bekannt gegeben werden, heißt es.

AMD steht mit dem Rücken zur Wand. Der vormalige AMD CFO Thomas Seifert hat das Unternehmen im vorhergehenden Monat verlassen. Der neue AMD CEO Rory Read steht vor einer schwierigen Aufgabe, musste der Manager im zweiten Quartal Marktanteilsverluste eingestehen.

Auf der Produktseite konnte AMD zuletzt zwar mit einigen Ankündigungen wie mit dem Z-60 (Codename Hondo) Chip für Aufmerksamkeit sorgen, doch ein substantielles Interesse von Seiten der Laptop- und Tablet-Hersteller blieb bislang aus.

AMD spielt im Mobile-Chipmarkt nur eine Nebenrolle
Die Kernaufgabe für AMD-Management besteht darin, den Konzern auf das neue mobile Zeitalter vorzubereiten. Während die PC-Verkaufszahlen zurückgehen, explodiert der Markt für Smartphones und Tablet PC, wodurch eine völlig neue Generation von Chips erforderlich wird.

Während Intel die finanziellen Ressourcen hat, um den Rückstand im Smartphone- und Tablet-Markt durch Forschung und Entwicklung aufzuholen, sind diese Mittel bei AMD begrenzt. Dies könnte ein entscheidender Nachteil beim Kampf ums Überleben sein.

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund ein Viertel der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können. Anfang 2012 wurde zudem die Übernahme von SeaMicro abgeschlossen.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal erwartet AMD nunmehr einen Umsatzrückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorquartal, nachdem der Intel-Rivale bislang nur einen Umsatzrückgang von einem Prozent erwartet hatte. Damit stellt AMD indirekt einen Umsatz von 1,27 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Analysten hatten in diesem Zusammenhang im Schnitt mit Erlösen von 1,38 Mrd. Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...