AMD vor großen Herausforderungen

Dienstag, 22. Januar 2008 12:53
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) Die Aktien des US-Prozessorherstellers Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) haben in 2007 eine steile Talfahrt hinter sich. Wurden die Papiere Anfang Januar 2007 noch bei rund 18 Dollar gehandelt, fiel der AMD-Kurs jüngst auf ein neues Tief bei 5,5 Dollar.

Doch mit den jüngsten Zahlen konnte AMD den Kursverfall zunächst stoppen. AMD gelang es, die operativen Kosten deutlich zu reduzieren, so dass der Nettoverlust im Dezemberquartal deutlich niedriger ausfiel, als zunächst erwartet. Die Märkte honorierten die Zahlen mit einer Kurserholung. Dennoch rechnen Analysten damit, dass AMD auch in 2008 durchweg rote Zahlen schreiben wird.

Die Gründe für die Misere bei AMD sind vielschichtig. Zum einen hat der intensive Konkurrenzkampf mit Intel zu deutlich sinkenden Preisen geführt, zum anderen hat sich Intel derzeit einen technischen Vorsprung im Bereich der Prozesstechnik erarbeitet. Während AMD derzeit seine neuen 45nm Quad-Core-Chips testet, hat Intel bereits Ende 2007 mit der Umstellung auf die neue Prozessorgeneration begonnen. Marktbeobachter räumen Intel daher einen Zeitvorsprung von mindestens einem halben Jahr ein.

45nm-Technik soll im zweiten Halbjahr kommen
Ursprünglich wollte AMD bereits Mitte 2008 auf die neue 45nm-Technik umstellen, doch zuletzt wurden die Töne bei AMD diesbezüglich zurückhaltender. Inzwischen geht AMD davon aus, dass die 45nm-Technik erst im zweiten Halbjahr 2008 kommen wird. Sollten weitere Probleme während der Testphase auftreten, könnte die Umstellung auf die 45nm-Prozesstechnik erst Ende 2008 kommen.

Auch die jetzige Finanz- und Konjunkturkrise macht es für AMD nicht leichter, sich aus der Defensive zu befreien. Um auf Intel technologisch aufzuschließen und die anhaltenden Verluste wegzustecken, benötigt AMD voraussichtlich weiteres Kapital, insbesondere dann wenn die US-Konjunkturkrise länger andauern und sich auf andere Länder ausweiten sollte.

Zwar konnte AMD das jüngste Quartal mit liquiden Mitteln von 1,9 Mrd. Dollar dank einer Finanzspritze in Höhe von 608 Mio. Dollar durch die Mubadala Development Company beenden, doch ob sich auch künftig solche spendierfreudigen Investoren finden werden, darf aufgrund der angespannten Situation auf den Finanzmärkten eher bezweifelt werden…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren Duron und Athlon Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen. AMD ist jedoch nicht nur für seine Prozessoren bekannt. Der Halbleiterspezialist ist auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem -Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteine trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Hewlett-Packard und Compaq Computer tragen dabei mehr als ein Zehntel des gesamten Umsatzvolumens. Zuletzt konnte AMD aber auch Dell für seine Opteron Server-Chips gewinnen.

Durch die Übernahme von Alchemy Semiconductor im Jahr 2002 war AMD verstärkt auch im Bereich Embedded Mikroprozessoren vertreten. Diesen Geschäftsbereich gab das Unternehmen aber inzwischen wieder auf. Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt.

Darüber hinaus ist AMD auch an dem Spezialisten für drahtlose Kommunikationstechnik Aether Systems beteiligt. Gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern Fujitsu betreibt AMD das Flashspeicher Joint Venture Spansion, welches im Rahmen eines Börsengangs ausgegliedert wurde. Nach 30 Jahren auf der Kommandobrücke gab AMD-Mitgründer Jerry Sanders im Jahr 2002 seine Führungsposition bei AMD an Hector de Ruiz ab.

Zahlen

Im jüngsten Quartal verzeichnete AMD einen Umsatzrückgang auf 1,77 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2007. Dabei musste AMD einen Verlust von 1,77 Mrd. Dollar oder 3,06 Dollar je Aktie ausweisen, nachdem im Jahr vorher ein Minus von 576 Mio. Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie zu Buche stand.

Im jüngsten Quartal sind jedoch Abschreibungen in Höhe von 1,67 Mrd. Dollar oder 2,89 Dollar je Aktie enthalten, die zum Großteil auf Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der übernommenen ATI Technologie zusammenhängen.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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