AMD vor dem Turnaround? Intel-Konkurrent setzt auf Gamer

Prozessorhersteller setzt auf Embedded Prozessoren

Montag, 3. Juni 2013 13:48
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - AMD-Aktien zogen seit April zur Freude der AMD-Aktionäre um 70 Prozent an, nachdem das Unternehmen einige Erfolge im Konsolenmarkt melden konnte. Nicht nur Sony hat sich entschieden, in der kommenden PlayStation 4 (PS4) AMD-Chips zu verbauen, auch Microsoft will in seiner neuen Xbox One auf einen AMD-Prozessor setzen.

Nach einem Bericht von GameSpot mit Verweis auf den ehemaligen AMD-Manager Bob Feldstein ist der mehrjährige Deal mit Microsoft (AMD Jaguar Prozessor für die Xbox One) potentiell mehr als drei Mrd. US-Dollar Wert.

AMD will weg vom traditionellen PC-Geschäft
Nachdem die Nachfrage nach PCs im zweiten Jahr infolge rückläufig sein dürfte, will AMD-Chef Rory Read vor allem auf Spielekunden setzen, um die Abhängigkeit vom schrumpfenden Geschäft mit PC-Prozessoren zu verringern.

Bis Jahresende 2013 will AMD (NYSE: AMD, WKN: 863186) 20 Prozent seines Umsatzes außerhalb vom traditionellen PC-Geschäft erzielen, so die Zielvorgabe. Die jüngsten Design-Wins im Konsolenmarkt könnten den AMD-Umsatz in den kommenden Jahren um 0,7 bis 1,4 Mrd. US-Dollar heben und den Nettogewinn auf 40 bis 70 US-Cent je Aktie erhöhen, rechnet Sanford C. Bernstein Analyst Stacy Rasgon gegenüber Bloomberg vor.

Allerdings ist man beim US-Investmenthaus weiter besorgt im Bezug auf das Kerngeschäft von AMD. Trotz der Fortschritte im Konsolenmarkt dürfte der AMD-Umsatz in diesem Jahr um weitere 13 Prozent auf 4,7 Mrd. US-Dollar sinken, schätzen Analysten, nachdem die Erlöse bereits im Jahr 2012 um 17 Prozent zurückgingen.

In 2016 soll die Hälfte des Umsatzes abseits des PC-Geschäfts kommen
Daher will AMD so schnell wie möglich weg vom traditionellen PC-Geschäft. Schon im Jahr 2016 soll die Hälfte der Umsatzerlöse aus dem sogenannten Embedded Prozessormarkt kommen. Damit sind Chips gemeint, die in Spielekonsolen, Tablet PCs und in andere, nicht dem traditionellen PC-Geschäft zugehörige Geräte zum Einsatz kommen sollen.

Der breitere Markt für sogenannte Embedded PC-Chips, die in industriellen Maschinen, Medizingeräten und Haushaltsgeräten verbaut werden, wird in 2016 auf rund 7,0 Mrd. US-Dollar taxiert.

Für AMD ist dieser Markt durchaus eine große Chance, kann der Halbleiterspezialist hier dem direkten Wettbewerb mit dem Erzrivalen Intel aus dem Weg gehen. Um Analysten und Investoren jedoch zu überzeugen, muss AMD zunächst den rückläufigen Umsatztrend stoppen und in die Gewinnzone zurückkehren, was angesichts des schrumpfenden PC-Marktes kein leichtes Unterfangen für den Intel-Konkurrenten werden wird.

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund ein Viertel der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können. Anfang 2012 wurde zudem die Übernahme von SeaMicro abgeschlossen.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2013 meldet AMD einen Umsatzeinbruch auf 1,09 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 1,59 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Nettoverlust verringerte sich dabei auf 146 Mio. US-Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nach einem Minus von 590 Mio. Dollar oder 80 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Damit ging der Verlust im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent zurück.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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