AMD startet mit Innovationen ins neue Jahr

AMD stellt neue Kaveri-Chips vor

Freitag, 17. Januar 2014 14:06
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Der US-Prozessorhersteller AMD hat zu Jahresbeginn gleich drei neue Prozessoren vorgestellt, die es in sich haben. Marktbeobachter sprechen bereits von den wohl größten technischen Fortschritten bei AMD seit der Übernahme des Grafikchip-Herstellers ATI.

Die Rede ist von AMDs neuem Kaveri-Prozessor, der mit geballter Grafik-Power für neuen Schwung im AMD-Geschäft sorgen und Intel abhängen soll. Der Chip mit dem Codenamen „Kaveri“ verfügt über 2,4 Milliarden Transistoren, wovon 47 Prozent für eine leistungsstarke Grafik sorgen sollen. Die neuen Chips sollen sowohl in Desktops, wie auch in Notebooks, Embedded Systeme und Server mit einer Leistungsaufnahme von 15 bis 95 Watt zum Einsatz kommen.

AMDs neuer Kaveri-Chip soll Intel abhängen
Bei AMD spricht man von der neuen A-Series an Accelerated Processing Units (APUs), die sowohl Prozessor- als auch Grafikfunktionen übernehmen. Auf den AMD-Chips sind vier Rechnerkerne und acht Grafikkerne untergebracht. Insgesamt besteht die A-Serie aus drei neuen Prozessoren: A8-7600, den A10-7700K und den A10-7850K.

Laut AMD (NYSE: AMD, WKN: 863186) sind die neuen Chips deutlich leistungsfähiger als die des großen Konkurrenten Intel. Als Beispiel nennt AMD den neuen A10-7850K-Chip, der um 24 Prozent schneller als der high-end Intel Core i5-4670K Chip sein soll. Die Grafik-Performance soll um 87 Prozent über der Leistung von Intels Chip liegen, die Computer-Performance um 63 Prozent, so AMD.

Laut AMD werden die neuen Kaveri-Prozessoren auch Mantle, das API von AMD unterstützen. Mantle ist de facto AMDs eigene Version von Microsofts DirectX-Technik, wenn man so will. Mantle soll Entwicklern einen einfachen und schnellen Zugang zu Grafik-Features ermöglichen. AMD-Manager Bern Lienhard, der als General-Manager für das Client Business bei AMD verantwortlich zeichnet, spricht bereits von einer neuen Ära des Computings.

Kaveri sorgt in der Fachpresse für positives Echo
Die Preise für die neuen Kaveri-Chips sollen sich zwischen 119 und 173 US-Dollar bewegen. Die Chips sind von 3,1 bis 4,0 GHz getaktet, wobei die neuen Chips zwischen 45 bis 95 Watt an Strom verbrauchen. Für Industriebeobachter wie Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy sind die neuen Kaveri-Chips die interessantesten Chips, die AMD in den vergangenen Jahren vorgestellt hat.

Insgesamt dürfte AMD mit seinen neuen Kaveri-Chips seinem langfristigen Ziel näher kommen, 40 bis 50 Prozent seiner Umsätze in den nächsten Jahren außerhalb des traditionellen PC-Marktes zu erwirtschaften.

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund ein Viertel der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können. Anfang 2012 wurde zudem die Übernahme von SeaMicro abgeschlossen.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2013 meldete AMD einen Umsatzanstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,46 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 48 Mio. US-Dollar oder sechs US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust zu Buche stand. Ausgenommen etwaiger Einmalfaktoren konnte AMD einen bereinigten Nettogewinn (Non-GAAP) von vier US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man zuvor mit Einnahmen von 1,42 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von zwei US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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