AMD gewinnt wieder Marktanteile

Dienstag, 6. November 2007 13:02
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) Am Vortag stellte der US-Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) neue Home Server auf Basis seiner AMD LIVE! Home Media Servertechnologie vor, mit denen das Unternehmen nicht nur kleine und mittelständische Firmen, sondern auch Konsumenten ansprechen will.

Hintergrund der Produktoffensive ist eine zunehmende Digitalisierung innerhalb der Haushalte und Büros, die nach immer größeren Speicherkapazitäten bei sofortiger Verfügbarkeit verlangen. Durch die neue AMD-Lösung können Konsumenten digitale Inhalte zentral abspeichern und unabhängig vom jeweiligen Endgerät oder Format der Inhalte nutzen. Die Nachfrage nach solchen Lösungen dürfte in den nächsten Jahren kräftig steigen, wird die Zahl der Netzwerk- bzw. Breitband-Haushalte im Jahr 2010 voraussichtlich die Marke von 150 Millionen erreichen (Quelle: IDC).

Auch ansonsten scheint sich das Blatt für AMD wieder zu wenden, nachdem der Preiskrieg mit dem Hauptrivalen Intel zumindest vorübergehend zum Stillstand gekommen ist. Die durchschnittlichen Verkaufspreise steigen wieder leicht, wobei AMD zudem seine Herstellungskosten schneller senken konnte, als von den meisten Marktbeobachter erwartet worden war.

Nachdem AMD in den vergangenen Quartalen in Sachen Marktanteile Federn lassen musste, zeigt der Trend seit zwei Quartalen wieder nach oben. So konnte AMD im dritten Quartal 0,4 Prozentpunkte aufholen und sich im weltweiten Prozessormarkt einen Marktanteil von 23,5 Prozent sichern, während Intel 0,4 Prozentpunkte auf 76,3 Prozent verlor, so die IDC-Marktforscher. Zwar mag der Zuwachs als gering anmuten, bei einem geschätzten Gesamtmarkt von 32,3 Mrd. US-Dollar im laufenden Jahr fallen aber auch kleinste Marktanteilsverschiebungen ins Gewicht.

ATI-Zukauf sorgt für rote Zahlen
Die Integration des übernommenen Grafikchipspezialisten ATI ist dagegen offenbar schwieriger als gedacht. Allein im dritten Quartal belastete der Zukauf das AMD-Ergebnis mit 120 Mio. Dollar. Dennoch glauben Marktbeobachter langfristig an den Erfolg der Akquisition. Schon im November soll die neue Spider Plattform mit neuen AMD Phenom-Chips sowie neuer RD 790 und RV 670 Grafikchips sein Marktdebüt feiern und für außergewöhnliche visuelle Effekte sorgen und damit verstärkt Spieleenthusiasten anziehen.

Analysten rechnen in den nächsten beiden Jahren daher mit weiteren integrierten Produkten auf Basis der ATI-Technologie von AMD, die das Unternehmen weiter voranbringen könnten.

Dennoch bleibt der Makel der roten Zahlen. Während Intel hohe Gewinne einfährt, dürfte AMD auch im nächsten Jahr in den roten Zahlen bleiben. Um nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften ist ein Quartalsumsatz von rund 2,0 Mrd. US-Dollar sowie Bruttomargen von mehr als 40 Prozent notwendig, stellt AMD-Finanzchef Bob Rivet klar. Während man bei den Bruttomargen sein Ziel bereits erreicht hat, will man nunmehr auch die Umsätze über die magische Marke heben…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren Duron und Athlon Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen. AMD ist jedoch nicht nur für seine Prozessoren bekannt. Der Halbleiterspezialist ist auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem -Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteine trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Hewlett-Packard und Compaq Computer tragen dabei mehr als ein Zehntel des gesamten Umsatzvolumens. Zuletzt konnte AMD aber auch Dell für seine Opteron Server-Chips gewinnen.

Durch die Übernahme von Alchemy Semiconductor im Jahr 2002 war AMD verstärkt auch im Bereich Embedded Mikroprozessoren vertreten. Diesen Geschäftsbereich gab das Unternehmen aber inzwischen wieder auf. Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt.

Darüber hinaus ist AMD auch an dem Spezialisten für drahtlose Kommunikationstechnik Aether Systems beteiligt. Gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern Fujitsu betreibt AMD das Flashspeicher Joint Venture Spansion, welches im Rahmen eines Börsengangs ausgegliedert wurde. Nach 30 Jahren auf der Kommandobrücke gab AMD-Mitgründer Jerry Sanders im Jahr 2002 seine Führungsposition bei AMD an Hector de Ruiz ab.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2008 meldet AMD einen Umsatzanstieg auf 1,63 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Verluste summierten sich dabei auf 396 Mio. US-Dollar oder 71 US-Cent je Aktie, nachdem AMD im Jahr vorher noch einen Gewinn von 136 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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