AMD: Cloud-Offensive soll für steigende Marktanteile sorgen

Donnerstag, 29. März 2012 14:35
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Seit Jahresbeginn ging es für AMD-Aktien deutlich nach oben. Die Papiere legten seit Januar 2012 um rund 50 Prozent zu. Auch für das laufende Jahr sind die Aussichten für AMD positiv, zumal Marktforscher aus dem Hause IDC in diesem Jahr mit einem Wachstum von 5,1 Prozent bei den ausgelieferten Stückzahlen im Prozessormarkt rechnen.

AMD konnte im Vorjahr vor allem im Markt für Mobile-Prozessoren punkten und seinen Marktanteil nicht zuletzt dank der "Llano" Familie im Notebook-Prozessormarkt weiter ausbauen. Insgesamt konnte AMD so vier Prozentpunkte im Mobile-Prozessormarkt zulegen, weiß Jefferies-Experte Mark Lipacis, der AMD-Aktien mit einem Kursziel von 10,50 Dollar weiter zum Kauf empfiehlt.

AMD will mit neuer Opteron 3200 Serie Intel den Rang ablaufen
Vor allem die Offensive im Bereich Cloud Computing kommt bei Investoren und Anlegern gut an. Jüngst präsentierte AMD neue Server-Prozessoren, die speziell Web-, Hosting- und Cloud-Kunden ansprechen sollen. Der neue AMD Opteron 3200 Series Prozessor soll einen 38%ige Preis-Performance-Vorteil gegenüber ähnlichen Prozessoren von Intel verfügen und zudem 19 Prozent weniger Strom verbrauchen als Intel Xeon Chips. Der neue Chip soll zudem um 14 Prozent schneller sein, als vergleichbare Chips aus dem Hause Intel, verspricht AMD

Die neuen AMD-Chips sind mit bis zu acht Prozessorkernen ausgestattet und mit bis zu 3GHz getaktet. Mit einer Leistungsaufnahme von 45 bis 65 Watt sind die neuen Chips äußerst energiesparsam.

AMD (NYSE: AMD, WKN: 863186) platziert seine neuen Opteron 3200 Chipserie als "low-cost-per-Core" Produkt. Die Chips kosten bei Volumenabnahme zwischen 99 und 129 US-Dollar, während Intels E3-Chipserie mit Kosten von 189 und 885 US-Dollar zu Buche schlagen. Es wird daher erwartet, dass Hersteller wie MSI, Fujitsu und Dell entsprechende Web-Server mit dem neuen AMD-Chipsatz auf den Markt bringen werden.

SeaMicro stärkt AMDs Position im Server-Markt
In die Cloud- bzw. Web-Offensive passt auch der jüngste Zukauf von SeaMicro für 334 Mio. US-Dollar, die im Analystenlager ebenfalls positiv aufgenommen wurde. Die von SeaMicro entwickelten Produkte werden insbesondere an große Behörden und Web-Giganten verkauft, die hohe Datenvolumen zu bewältigen haben.

Diese verteilen die Arbeitslast vermehrt auf Millionen kleinerer Computersysteme, dadurch sinkt die Bedeutung von reiner Rechenpower, Effizienz ist Trumpf, glaubt Oppenheimer-Experte Rick Schafer. SeaMicro erfüllt nicht nur die Bedürfnisse der Kunden nach effizienteren Servern, sondern maximiert auch den Kostennutzen-Faktor beim Einsatz von Prozessoren. Mit der Übernahme stehen die Chancen gut für AMD, seinen Marktanteil im Markt für Server-Prozessoren auf über zehn Prozent ausbauen zu können.

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund ein Viertel der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können. Anfang 2012 wurde zudem die Übernahme von SeaMicro abgeschlossen.

Zahlen

Im vergangenen Dezemberquartal wuchsen die AMD-Erlöse um zwei Prozent auf 1,69 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 1,65 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei verlor AMD 177 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 375 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Restrukturierungskosten konnte AMD einen Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld zwar mit Einnahmen von 1,72 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 16 US-Cent je Aktie gerechnet. Die Bruttomargen summierten sich im jüngsten Quartal auf 46 Prozent. Darüber hinaus konnte AMD in 2011 rund 30 Millionen Accelerated Processor Einheiten zur Auslieferung bringen.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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