Amazon.com will weiter investieren - Kindle-Nutzer sollen eBooks ausleihen können

Montag, 25. Oktober 2010 13:50
Amazon Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der Online-Einzelhändler Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) konnte im vergangenen dritten Quartal erneut mit steigenden Umsatz- und Gewinnzahlen aufwarten und die Markterwartungen der Analysten übertreffen.

Investitionen in neue Vertriebszentren, Technologie und Werbung
Dennoch gaben Amazon-Aktien unmittelbar nach den präsentierten Zahlen zuletzt leicht nach, nachdem sich Amazon-Finanzchef Tom Szkutak dahingehend geäußert hat, dass die Kosten im Zusammenhang mit dem Ausbau des Geschäfts weiter steigen werden. Amazon.com will im Zuge des Weihnachtsgeschäfts weitere Abwicklungs- und Vertriebszentren errichten und zudem weiter in Technologie investieren, um das Wachstum im Online-Handel und im Bereich Web Services zu unterstützen.

Darüber hinaus will Amazon.com verstärkt in Marketing und Werbung investieren, um im lukrativen Weihnachtsgeschäft auf seinen eBook-Reader Kindle aufmerksam zu machen. Die steigenden Kosten werden die Ergebnisse im vierten Quartal belasten, so Szkutak. Für das laufende Dezemberquartal stellt Amazon.com einen operativen Gewinn von 360 und 560 Mio. Dollar in Aussicht, was einem Rückgang von bis zu 24 Prozent bedeuten könnte.

Amazon.com muss sich sputen, will sich das Unternehmen im eBook-Markt nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Der PC-Hersteller Apple eilt mit seinem iPad von einem Verkaufserfolg zum nächsten und droht Amazon.com mit seinem Kindle den Rang abzulaufen.

Kindle-Nutzer sollen eBooks künftig auch ausleihen können
Um Gegenzusteuern hat Amazon.com nicht nur den Preis für seine Hardware gesenkt, jüngst kündigte das Unternehmen mit „Kindle for the Web“ einen neuen Service an, so dass Nutzer elektronische Bücher direkt über den Browser abrufen können, ohne die Inhalte herunterladen zu müssen. Darüber hinaus sollen Kindle-Besitzer künftig auch eBooks über den Kindle Store ausleihen können, verspricht das Unternehmen. Der entsprechende Service soll noch bis Jahresende an den Start gehen, wobei Kindle-Nutzer eBooks für einen Zeitraum von zwei Wochen ausleihen können.

Zudem ist Amazons Kindle seit dem 10. Oktober auch beim Bürobedarfshändler Staples zu finden, womit Amazon.com seine Vertriebsbasis vor dem lukrativen Weihnachtsgeschäft nochmals erweitert. Barclays Capital Analyst Douglas Anmuth schätzt, dass Amazon.com allein in diesem Jahr rund fünf Millionen eBook-Reader verkaufen wird können. Bis 2012 könnten sich die Verkaufszahlen dann auf mehr als 11,5 Millionen Einheiten verdoppeln, glaubt der Investmentbanker…

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Nach eigenen Angaben nach bietet Amazon.com damit das weltweit größte Produktangebot im weltweiten Datennetz. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 90 Millionen Kunden. Insgesamt operiert Amazon.com heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Nordamerika und International.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Daneben hält der Online-Händler noch zahlreiche Beteiligungen an anderen Internet-Unternehmen. Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für den mobilen E-Commerce erschließen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und seinem Flate-Rate-Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt von Amazon.com. Nachdem Amazon.com Ende der 1990er Jahre mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com. Mit Audible, Shelfari, AbeBooks.com, Withoutabox, Fabric.com und dem Spielespezialisten Reflexive wurden in 2008 weitere Zukäufe getätigt. Nach der Übernahme von SnapTell, übernahm Amazon.com in 2009 den Online-Schuhhändler Zappos.com. Zudem kündigte Amazon.com mit AmazonBasics eine eigene Produktlinie an. Anfang 2010 schluckte Amazon.com mit Touchco zudem einen TouchScreen-Display-Spezialisten. Im Herbst 2010 verstärkte sich Amazon.com durch die Übernahme von BuyVip.com.

Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent. Durch eine Kooperation mit dem DVR-Spezialisten TiVo können Amazon-Kunden Filme über die Amazon-Seiten (Amazon Unbox) herunterladen und auf dem Fernseher abspielen.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldete Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) einen Umsatzanstieg um 39 Prozent auf 7,56 Mrd. US-Dollar. Dabei verdiente Amazon.com 231 Mio. US-Dollar oder 51 US-Cent je Aktie, ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Amazon.com die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 7,36 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 48 US-Cent je Aktie gerechnet.

Im Kerngeschäft mit Elektronikprodukten und anderen Waren setzte Amazon.com 3,97 Mrd. US-Dollar um, was einem Zuwachs von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Erlöse aus dem Buch-, CD- und DVD-Geschäft wuchsen um 14 Prozent auf 3,35 Mrd. Dollar. Während das US-Geschäft um 45 Prozent auf 4,13 Mrd. Dollar, legte das internationale Geschäft um 32 Prozent auf 3,43 Mrd. Dollar zu.

Meldung gespeichert unter: Amazon Kindle

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