Amazon.com profitiert von Pottermania

Donnerstag, 26. Juli 2007 12:48
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(IT-Times) Erneut gehörten die Anteile des weltgrößten Online-Einzelhändlers Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) am Vortag mit einem Kursplus von nahezu 25 Prozent zu den Hauptgewinnern an der New Yorker Nasdaq.

Amazon.com konnte seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr verdreifachen und die Markterwartungen abermals in den Schatten stellen. Der Online-Händler erfreute sich weiterhin regen Kundenzulauf, wobei Konsumenten gleichzeitig auch mehr Waren und Produkte bestellten. So stieg die Zahl der aktiven Amazon-Kunden im jüngsten Quartal auf über 69 Mio. Nutzer - ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig lieferte Amazon.com weltweit 25 Prozent mehr Produkte aus als im Vorjahr. Die Bruttomargen legten um 50 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr zu.

Amazon.com führt den geschäftlichen Erfolg nicht nur zuletzt auf seine Preisgestaltung als auch auf das Versandprogramm Amazon Prime zurück. Immer mehr Kunden entscheiden sich für das Programm, das jährlich 79 Dollar kostet und alle Liefer- und Versandkosten abdeckt. In der Vergangenheit von Analysten oft als Kostenfaktor kritisiert, entwickelte sich das Programm in den letzten Quartalen zum Wachstumsmotor für die Gesellschaft.

Positiv wirkte sich auch der Hype um den siebten Teil des Harr Potter-Bandes „Harry Potter and the Deatly Hallows“ aus. Amazon.com verzeichnete bereits 2,2 Mio. Vorbestellungen für das Buch, wobei die Pottermania den Gesamtumsatz im jüngsten Quartal nach Angaben von Firmengründer Jeff Bezos um ein Prozent beflügelte.

Was kommt nach Harry Potter?
Nach dem siebten Band wird zunächst erst mal Schluss sein mit dem Extra-Umsatzbonus aus der Potter-Euphorie. Um auch für die Zukunft gut gerüstet zu sein, investiert Amazon.com seit geraumer Zeit in Web Service Initiativen. Durch eine Kooperation mit TiVo können sich Amazon-Kunden direkt Filme und TV-Serien aus dem Internet laden (Amazon Unbox) und auf dem heimischen TV-Gerät abspielen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Kopierschutz-freie Musik, wobei ein entsprechendes Angebot in den nächsten Monaten an den Start gehen soll.

Darüber hinaus will Amazon.com sein bestehendes Produktangebot auf seiner Webplattform weiter ausbauen. Nachdem man seit geraumer Zeit bereits Spielzeug und Lebensmittel verkauft, sollen in den nächsten 12 Monaten vor allem International neue Kategorien hinzukommen, verspricht das weltgrößte Online-Kaufhaus.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, welches nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör und Lebensmittel vieles mehr anbietet. Nach eigenen Angaben nach, bietet Amazon.com damit das weltweit größte Produktangebot im weltweiten Datennetz. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 69 Millionen Kunden.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Daneben hält der Online-Händler noch zahlreiche Beteiligungen an anderen Internet-Unternehmen. Die Amazon-Projekte Pets.com und living.com wurden inzwischen wieder gestoppt. Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für den mobilen E-Commerce erschließen. Wenn es nach Amazon.com geht, sollen Kunden in naher Zukunft mit Hilfe des Mobiltelefons ihre Einkäufe erledigen können. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und einem kostenlosen Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt des weltweit führenden Online-Händlers. Nachdem Amazon.com in den Jahren 1999 mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com.

Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent. Durch eine Kooperation mit dem DVR-Spezialisten TiVo können Amazon-Kunden Filme über die Amazon-Seiten (Amazon Unbox) herunterladen und später auf dem TV abspielen.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2007 berichtet Amazon.com von einem Umsatzsprung auf 2,88 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn zog auf 78 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie an, nach einem Plus von 22 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie im Vorjahr.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Amazon.com auch gleichzeitig die Markterwartungen übertreffen. Analysten hatten im Schnitt nur mit Einnahmen von 2,81 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 16 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: E-Commerce

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