Amazon.com - ist der neue Kindle Fire wirklich ein iPad-Killer?

Freitag, 30. September 2011 13:09
Amazon Kindle Fire

(IT-Times) - Der Online-Händler Amazon.com hat am Mittwoch den mit viel Spannung erwarteten Kindle Fire vorgestellt. Das 7-Zoll große Android-basierte Gerät ist der erste Tablet PC des Unternehmens, dass in den letzten Quartalen vor allem mit seinen Kindle eBook-Readern große Erfolge feiern konnte.

Analysten und Investoren fragen sich, ob der neue Kindle Fire von Amazon.com (Nasdaq: AMZN, WKN: 906866) wirklich das Zeug hat, die Vormachtstellung von Apple und dessen iPad zu gefährden. Technisch und preislich gesehen hat der Kindle Fire einiges zu bieten, was ein ernsthafter Konkurrent braucht. Der Kindle Fire kommt mit einem schnellen Dual-Core Prozessor daher und kostet lediglich 199 US-Dollar, weniger als die Hälfte des iPad 2 (499 Dollar).

Allerdings fehlen dem Kindle Fire einige wichtige Features. Fehlende 3G-Konnektivität und keine Video-Chat-Möglichkeiten sind nur einige der kleineren Mängel, mit dem der Kindle Fire Käufer leben muss. Zudem kommt das Gerät vorerst nur in den USA auf den Markt, die Märkte in Europa bleiben erstmal außen vor.

Analysten rechnen mit vier Millionen verkaufte Kindle Fire bis Jahresende
Dennoch rechnen Analysten wie Wedge Partners Analyst damit, dass Amazon.com in diesem Jahr bereits vier Millionen Kindle Fire ausliefern wird. Der Kindle Fire dürfte vor allem andere Android-Hersteller wie Samsung und Motorola zu Preissenkungen zwingen, die ihre Android Tablets meist genauso teuer wie den iPad 2 am Markt platzieren, glauben Marktbeobachter.

Will Amazon.com dem großen Rivalen Apple wirklich Marktanteile abnehmen, muss das Unternehmen nochmals kräftig nachlegen und ein größeres Modell mit einem noch schnelleren Prozessor und 3G-Konnektivität auf den Markt bringen, glaubt Wedge-Analyst Blair.

Amazon.com plant bereits 10,1-Zoll großen Tablet
Tatsächlich hat Amazon.com in diesem Bezug offenbar schon etwas in Planung. Wie der Branchendienst DigiTimes meldet, plant Amazon.com einen 10,1-Zoll großen Tablet PC, der von Foxconn gefertigt noch bis Jahresende auf den Markt kommen soll. Schafft es Amazon.com das Gerät noch pünktlich für das Weihnachtsgeschäft in die Regale zu hieven, könnte dem Online-Händler tatsächlich ein würdiger iPad-Konkurrent gelungen sein.

Doch auch wenn es Amazon.com nicht schafft, Apple vom Tablet-Thron zu stoßen - eines scheint heute schon sicher: Amazon.com dürfte sehr schnell zum größten Tablet-Hersteller im Android-Lager aufsteigen und Samsung als die bisherige Nummer zwei unter den Tablet-Herstellern ablösen, glaubt man im Analystenlager.

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 90 Millionen Kunden weltweit. Insgesamt operiert Amazon.com heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Nordamerika und International.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für mobiles E-Commerce erschließen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und seinem Flate-Rate-Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten. Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt von Amazon.com. Nachdem Amazon.com Ende der 1990er Jahre mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com. Mit Audible, Shelfari, AbeBooks.com, Withoutabox, Fabric.com und dem Spielespezialisten Reflexive wurden in 2008 weitere Zukäufe getätigt. Nach der Übernahme von SnapTell, übernahm Amazon.com in 2009 den Online-Schuhhändler Zappos.com. Zudem kündigte Amazon.com mit AmazonBasics eine eigene Produktlinie an. Anfang 2010 schluckte Amazon.com mit Touchco zudem einen TouchScreen-Display-Spezialisten. Im Herbst 2010 verstärkte sich Amazon.com durch die Übernahme von BuyVip.com. Anfang 2011 übernahm Amazon.com den DVD-Verleiher Lovefilm vollständig. Im Herbst 2011 stellte Amazon mit dem Kindle Fire seinen ersten Tablet PC vor.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Amazon.com einen Umsatzsprung um 51 Prozent auf 9,91 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 6,57 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn schrumpfte dabei auf 191 Mio. Dollar oder 41 US-Cent je Aktie, nachdem Amazon.com im Jahr vorher noch einen Profit von 207 Mio. Dollar oder 45 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Der Gewinnrückgang erklärt sich zum Teil aus den stark gestiegenen Kosten. Die operativen Kosten schnellten um 54 Prozent auf 9,71 Mrd. Dollar nach oben. Amazon.com hatte in diesem Jahr 15 neue Bestell- und Abwicklungszentren eröffnet.

Trotz des Gewinnrückgangs konnte Amazon.com mit den vorgelegten Zahlen die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 9,37 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Amazon Kindle Fire

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