Amazon.com bleibt auf der Überholspur - Indien im Visier

Donnerstag, 28. Juli 2011 13:30
Amazon

(IT-Times) - Amazon.com hat mit seinen Zahlen zum vergangenen Juniquartal Analysten und Investoren gleichermaßen beeindruckt. Amazon-Anteile kletterten auf ein neues Allzeithoch bei über 225 US-Dollar, womit der weltgrößte Online-Händler erstmals mit mehr als 100 Mrd. US-Dollar an der Börse bewertet wird.

Amazon.com hatte in den vergangenen Jahren stark in den Ausbau seines Geschäfts investiert und erntet nunmehr die Früchte dieser Investitionen. Unter anderem wurden allein im laufenden Jahr 15 neue Abwicklungszentren errichtet, um die steigende Nachfrage bewältigen zu können. Bis Jahresende sollen weitere Zentren hinzukommen, um eine optimale Kundenbetreuung zu gewährleisten, heißt es aus dem Unternehmen.

In dem Vertrauen, dass sich Amazon.com in den vergangenen Jahren durch niedrigere Preise und kurze Lieferzeiten aufgebaut hat, sehen Analysten wie Morgan Stanley Experte Scott Devitt mit einen Grund für den Riesenerfolg der Marke Amazon. Die inzwischen weltweit bekannt Marke will man dazu nutzen, um auch in andere Bereiche zu expandieren.

Amazon.com treibt mit Kindle & Co Hardware-Geschäft voran
Im Mittelpunkt stehen dabei Web und Cloud-basierte Services wie der Online-Speicherservice Amazon Cloud Drive. Aber auch im Hardware-Geschäft mit dem eBook-Reader Kindle hat sich Amazon.com ein neues Wachstumsfeld erschlossen. Amazon.com veröffentlicht zwar keine Verkaufszahlen zum Kindle, Benchmark-Experte Fred Moran schätzt jedoch, dass Amazon.com allein im Vorjahr acht Millionen Kindle verkaufen konnte.

Das Hardware-Geschäft könnte in den nächsten Quartalen noch einen weiteren Schub erhalten, wird Amazon.com voraussichtlich schon in den nächsten Monaten mit einem eigenen Android-basierten Tablet PC antreten.

Amazon.com will nach Indien expandieren
Daneben will Amazon.com aber auch geografisch weiter expandieren. Schon Anfang 2012 will Amazon.com mit eigenen Operationen im indischen Markt vertreten sein, berichtet die Times of India.

Amazon.com hatte zuvor mit führenden indischen E-Commerce-Spezialisten wie Flipkart.com, LetsBuy.com und Exclusively.in über eine Übernahme verhandelt. Diese Gespräche führten bislang aber nicht zu dem gewünschten Erfolg, so dass Amazon.com sich derzeit um den Aufbau eines eigenen Teams in Indien bemüht. Ein Team bestehend aus 200 Mitarbeitern soll zunächst geformt werden, um die Expansion in Indien voranzutreiben...

Kurzportrait

Die in Seattle ansässige Amazon.com öffnete seine virtuellen Einkaufstüren im Jahre 1995. Als Online-Buchhändler an den Start gegangen, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einem universellen Online-Kaufhaus, das nicht nur Bücher, sondern auch Musik-CDs, Videos, DVDs, Spielzeug, Computerspiele, Elektrogeräte, Küchenzubehör, Lebensmittel (Amazon Fresh) und vieles mehr anbietet. Nach eigenen Angaben nach bietet Amazon.com damit das weltweit größte Produktangebot im weltweiten Datennetz. Insgesamt ist das Internet-Unternehmen in mehr als 220 Ländern weltweit aktiv und betreut über 90 Millionen Kunden. Insgesamt operiert Amazon.com heute aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Nordamerika und International.

Neben dem eigentlichen Online-Produktangebot, bietet Amazon.com aber auch Auktionen und E-Commerce Plattformen (zShops) für Geschäftskunden an. Inzwischen können auch gebrauchte Produkte über die Internet-Plattform von Amazon.com verkauft werden.

Daneben hält der Online-Händler noch zahlreiche Beteiligungen an anderen Internet-Unternehmen. Über die Einheit Amazon.com Anywhere will das Unternehmen den Markt für den mobilen E-Commerce erschließen. Zuletzt konnte das Unternehmen mit Preisnachlässen und seinem Flate-Rate-Lieferservice (Amazon Prime) bei den Kunden punkten. Mit seinem Online-Buchshop Yoyo.com ist Amazon.com auch in China präsent.

Neben den USA ist das Unternehmen vor allem aber auch in Europa verstärkt aktiv. Niederlassungen in Asien und in Lateinamerika ergänzen den globalen Auftritt von Amazon.com. Nachdem Amazon.com Ende der 1990er Jahre mit Exchange.com, Accept.com und Alexa Internet einen dreistelligen Millionenbetrag für Zukäufe ausgab, stieg das Unternehmen in 2004 mit seiner Suchmaschine A9.com in den Markt für bezahlte Links ein. Mitte 2005 übernahm Amazon.com den DVD-Spezialisten CustomFlix Labs. Die Amazon-Tochter bietet erfolgreich DVD on Demand-Dienste an. Zugleich wurde der On-Demand-Spezialist BookSurge aufgekauft. In 2006 übernahm Amazon.com den US-Händler Shopbob. Im Frühjahr 2007 schluckte Amazon.com die englische Fotoseite dpreview.com Ende 2007 brachte Amazon seinen eBook-Reader Amazon Kindle auf den Markt und startete gleichzeitig die Frage- und Antwortseite Askville.com. Mit Audible, Shelfari, AbeBooks.com, Withoutabox, Fabric.com und dem Spielespezialisten Reflexive wurden in 2008 weitere Zukäufe getätigt. Nach der Übernahme von SnapTell, übernahm Amazon.com in 2009 den Online-Schuhhändler Zappos.com. Zudem kündigte Amazon.com mit AmazonBasics eine eigene Produktlinie an. Anfang 2010 schluckte Amazon.com mit Touchco zudem einen TouchScreen-Display-Spezialisten. Im Herbst 2010 verstärkte sich Amazon.com durch die Übernahme von BuyVip.com. Anfang 2011 übernahm Amazon.com den DVD-Verleiher Lovefilm vollständig.

Der visionäre Unternehmensgründer Jeff Bezos, welcher gleichzeitig als CEO der Gesellschaft fungiert, hält zusammen mit seiner Familie etwa ein Drittel der Anteile am Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Amazon.com einen Umsatzsprung um 51 Prozent auf 9,91 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 6,57 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Gewinn schrumpfte dabei auf 191 Mio. Dollar oder 41 US-Cent je Aktie, nachdem Amazon.com im Jahr vorher noch einen Profit von 207 Mio. Dollar oder 45 US-Cent je Aktie ausweisen konnte.

Der Gewinnrückgang erklärt sich zum Teil aus den stark gestiegenen Kosten. Die operativen Kosten schnellten um 54 Prozent auf 9,71 Mrd. Dollar nach oben. Amazon.com hatte in diesem Jahr 15 neue Bestell- und Abwicklungszentren eröffnet.

Meldung gespeichert unter: E-Commerce

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