Akamai unter Druck - intensiver Wettbewerb drückt auf die Preise

Mittwoch, 3. August 2011 13:47
Akamai Technologies

(IT-Times) - Die Aktien des amerikanischen CDN- und Load-Balancing-Spezialisten Akamai Technologies gaben zuletzt deutlich nach, nachdem das Unternehmen mit einem schwachen Umsatzausblick enttäuschte. Seit Jahresbeginn haben sich Akamai-Papiere damit mehr als halbiert.

Akamai revidiert Wachstumsprognose
Ursprünglich wollte Akamai Technologies (Nasdaq: AKAM, WKN: 928906) in diesem Jahr um 15 Prozent wachsen. Von diesen ehrgeizigen Wachstumsplänen hat sich das Unternehmen inzwischen verabschiedet. Akamai-Finanzchef J.D. Sherman geht nunmehr von einem Umsatzwachstum von 10 bis 13 Prozent für 2011 aus.

Zwar ist die Nachfrage nach Internet- und Applikation-Beschleunigungsservices weiterhin groß, allerdings hat auch die Konkurrenz spürbar zugenommen. Rivalen wie Level 3, Limelight Networks und Amazon.com haben ihr Produktangebot verbessert und zwingen so Akamai zu Preissenkungen.

Preise für CDN-Services brechen ein
Drei Jahre lang konnte Akamai für seine Serviceleistungen verlangen, was das Unternehmen wollte, da kein anderer Anbieter wirklich konkurrenzfähig war, so Frost & Sullivan Analyst Dan Rayburn gegenüber dem Boston Globe.

Inzwischen hat sich die Situation aber geändert. Laut IDC-Analystin Melanie Posey sind die Preise für Content-Delivery-Networking (CDN) Services stark gefallen. Vor wenigen Jahren konnte Akamai noch 20 bis 25 US-Cent je Gigabyte Datentransfer abrechnen, heute sind es nur noch ein bis zwei Cent pro GB, so die IDC-Expertin.

Akamai versucht durch verstärkte Investitionen in neuen Wachstumsbereichen wie im Online-Werbemarkt, Cloud Computing und im Internet-Videomarkt Fuß zu fassen. Diese Dienstleistungen werfen in der Regel höhere Gewinnmargen ab, als das traditionelle CDN-Geschäft.

Zwar trägt dieser Bereich inzwischen schon 60 Prozent des Akamai-Umsatzes, allerdings wächst dieses Geschäft nicht schnell genug, um den Preisverfall im Bereich CDN-Services wettzumachen. Aktionäre werden sich also noch gedulden müssen, bis sich eine Trendwende einsetzt...

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Cambridge ansässige Akamai Technologies betreibt heute mehr als 40.000 Server in 71 Ländern weltweit. Die Anfänge von Akamai gehen bis ins Jahr 1995 zurück, als Internet-Spezialisten und Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) einen mathematischen Algorithmus entwickelten, um dynamisches Routing von Inhalten über das World Wide Web zu beschleunigen, so dass sich die Web-Seiten im Browser des Internetnutzers schneller aufbauen.

Das Unternehmen gewann im Jahr 1999 sehr schnell neue Kunden für seinen Load-Balancing-Service. Darunter auch das Internet-Portal Yahoo! und den Softwarekonzern Microsoft. Inzwischen nutzen auch Apple, AOL, Audi, CNN, Apple, Ticketmaster, E*Trade, Nintendo, McAfee.com, Sony und IBM die Serviceleistungen von Akamai. Weltweit betreute das Unternehmen zuletzt mehr als 3.000 Firmenkunden mit seinem Angebot.

Neben dem traditionellen Content Delivery Network (CDN) rund um das Flagschiffprodukt EdgeSuite, bietet die Gesellschaft auch exklusive Video-Streaming-Dienste und Zusatzkapazitäten gegen Aufpreis an. Mit Akamai Stream OS hat das Unternehmen auch einen IP-basierten Anwendungsbeschleuniger im Angebot.

Um entsprechende Denial-of-Service-Attacken erfolgreich abzuwehren, schloss Akamai eine Allianz mit IBM, um entsprechende Services zu entwickeln. Im Frühjahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme des Rivalen Speedera Networks. Ende 2006 schloss Akamai die Übernahme von Nine Systems ab. In 2007 kaufte Akamai den Anwendungsbeschleuniger Netli sowie den P2P-Spezialisten RedSwoosh. Im Herbst 2008 verstärkte sich Akamai durch die Übernahme des Online-Analysespezialisten aCerno. Mitte 2010 wurde die Übernahme von Velocitude LLC (Velocitude) abgeschlossen.

Neben dem Stammhaus in Cambridge ist das Unternehmen mit Niederlassungen auch in Deutschland, Frankreich, Japan und Australien vertreten. Gleichzeitig unterhält Akamai zahlreiche Büros in den USA. Darunter in New York, Reston, San Mateo, Santa Monica, Dallas, Atlanta, Chicago und in Costa Mesa.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Akamai einen Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 277,0 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 245,3 Mio. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 47,9 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 38,1 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Content Delivery Network (CDN)

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