Akamai profitiert vom explodierenden Datenverkehr im Mobilfunksektor

Montag, 15. Februar 2010 12:53
Akamai Technologies

(IT-Times) - Der CDN-Spezialist Akamai Technologies (Nasdaq: AKAM, WKN: 928906) konnte zuletzt neuerlich die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen und blickt optimistisch in die Zukunft.

Zwar sah sich der Load-Balancing-Spezialist zuletzt im Markt für Content-Delivery-Network-Services einem erhöhten Wettbewerbsdruck ausgesetzt, jedoch hat das Unternehmen inzwischen nachgezogen und die Preise für bestimmte Services ebenfalls gesenkt, um die preisliche Lücke zu Billig-Anbietern wie Limelight zu schließen. Insbesondere hofft Akamai so, neue Kunden im Bereich Video-Services gewinnen zu können, nachdem immer mehr Multimedia-Inhalte über das Netz ausgeliefert werden.

Wedbush Morgan Analyst Kerry Rice geht dann auch davon aus, dass Akamai zumindest in den nächsten ein bis zwei Jahren seine Gewinnmargen stabil halten kann. Hintergrund sei nicht nur die weiter steigende Nachfrage nach CDN-Services, sondern auch die Konjunkturerholung, wodurch viele Bestandskunden ihre Verträge mit Akamai erneuern dürften, glaubt Rice.

Mobiler Datenverkehr soll in den nächsten Jahren explodieren
Inzwischen hilft Akamai Unternehmen nicht nur bei der Auslieferung von Web-Inhalten auf den Rechner, sondern liefert auch entsprechende Inhalte auf das Mobiltelefon. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von Smartphones mit Internetzugang dürfte damit auch das Akamai-Geschäft in den nächsten Jahren beflügeln, zumal iPhone-Kunden bereits heute schon im Schnitt 273 Megabytes an Daten jeden Monat abrufen, wie aus dem Consumer Reports hervorgeht.

Dabei dürfte der Markt für das Management von mobilen Daten-Traffic erst noch am Anfang stehen. Der Router-Hersteller Cisco Systems erwartet, dass sich der mobile Datenverkehr zwischen den Jahren 2009 bis 2014 ver39fachen wird. Allein im vergangenen Jahr habe der mobile Datenverkehr um 160 Prozent zugenommen, heißt es bei Cisco.

HDTV dürfte Nachfrage nach CDN-Services ankurbeln
Daneben dürfte Akamai noch von einem weiteren Trend profitieren. Internet-Videos werden zunehmend im HD-Format ausgeliefert, nachdem immer mehr TV-Sender bzw. Video-Anbieter auf das neue Format umsteigen. Durch das HD-Format sind höhere Bandbreiten erforderlich, um entsprechende Inhalte nicht nur auf den PC, sondern auch auf das Handy zu übertragen. Durch sein Akamai HD Netz ist das Unternehmen bereits bestens für diesen Zukunftsmarkt aufgestellt…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Cambridge ansässige Akamai Technologies betreibt heute mehr als 40.000 Server in 71 Ländern weltweit. Die Anfänge von Akamai gehen bis ins Jahr 1995 zurück, als Internet-Spezialisten und Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) einen mathematischen Algorithmus entwickelten, um dynamisches Routing von Inhalten über das World Wide Web zu beschleunigen, so dass sich die Web-Seiten im Browser des Internetnutzers schneller aufbauen.

Das Unternehmen gewann im Jahr 1999 sehr schnell neue Kunden für seinen Load-Balancing-Service. Darunter auch das Internet-Portal Yahoo! und den Softwarekonzern Microsoft. Inzwischen nutzen auch Apple, AOL, Audi, CNN, Apple, Ticketmaster, E*Trade, Nintendo, McAfee.com, Sony und IBM die Serviceleistungen von Akamai. Weltweit betreute das Unternehmen zuletzt mehr als 3.000 Firmenkunden mit seinem Angebot.

Neben dem traditionellen Content Delivery Network (CDN) rund um das Flagschiffprodukt EdgeSuite, bietet die Gesellschaft auch exklusive Video-Streaming-Dienste und Zusatzkapazitäten gegen Aufpreis an. Mit Akamai Stream OS hat das Unternehmen auch einen IP-basierten Anwendungsbeschleuniger im Angebot.

Um entsprechende Denial-of-Service-Attacken erfolgreich abzuwehren, schloss Akamai eine Allianz mit IBM, um entsprechende Services zu entwickeln. Im Frühjahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme des Rivalen Speedera Networks. Ende 2006 schloss Akamai die Übernahme von Nine Systems ab. In 2007 kaufte Akamai den Anwendungsbeschleuniger Netli sowie den P2P-Spezialisten RedSwoosh. Im Herbst 2008 verstärkte sich Akamai durch die Übernahme des Online-Analysespezialisten aCerno.

Neben dem Stammhaus in Cambridge ist das Unternehmen mit Niederlassungen auch in Deutschland, Frankreich, Japan und Australien vertreten. Gleichzeitig unterhält Akamai zahlreiche Büros in den USA. Darunter in New York, Reston, San Mateo, Santa Monica, Dallas, Atlanta, Chicago und in Costa Mesa.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Akamai einen Umsatzanstieg um zwölf Prozent auf 238,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 212,6 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei verdiente Akamai 40,1 Mio. US-Dollar oder 21 US-Cent je Aktie, ein Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr, als das Unternehmen noch ein Plus von 40,5 Mio. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie einfahren konnte.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Akamai im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit einem Plus von 30 US-Cent je Aktie sowie mit Einnahmen von 233,6 Mio. Dollar gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Content Delivery Network (CDN)

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