Aixtron wird durch sinkende Subventionen zum Übernahmekandidaten

Mittwoch, 21. Dezember 2011 13:43
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AACHEN (IT-Times) - Aixtron hatte 2010 ein Rekordjahr hingelegt und war mit vollen Auftragsbüchern in das Jahr gestartet. In den ersten Wochen und Monaten 2011 sah alles nach einem weiteren Rekordjahr für den deutschen Hersteller von Depositionsanlagen aus. Die Ernüchterung folgte im Laufe des Jahres. Zwar kann man sich nach wie vor nicht über Neuaufträge beklagen, doch die Abhängigkeit vom chinesischen Absatzmarkt und der dortigen subventionierten LED-Branche brachten Aixtron zuletzt in Schwierigkeiten. Im dritten Quartal 2011 streifte man sogar die Verlustzone und der Aktienkurs verlor zwei Drittel des Wertes, den er noch zu Beginn des Jahres hatte. Manche sehen in Aixtron durch den relativ niedrigen Kurs derzeit einen interessanten Übernahmekandidaten.

Neue Aufträge aus China

Noch erhält Aixtron neue Aufträge. Die allerdings allesamt aus China. So lieferte Aixtron jüngst eine Depositionsanlage an den chinesischen LED-Hersteller Nantong Tongfang. Die Auslieferung soll zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die georderten Systeme sind zur Herstellung von LEDs vorgesehen. Hierbei handelt es sich um einen Folgeauftrag für Aixtron, da Nantong Tongfang bereits mit Anlagen des deutschen Ausrüsters produziert. Mit den neuen Depositionsanlagen will der chinesische LED-Hersteller die bestehende Produktion deutlich ausweiten.

Auch das chinesische Unternehmen Arima Changzhi orderte jüngst sechs Depositionsanlagen zur Herstellung von LEDs. Auch hierbei handelte es sich um einen Folgeauftrag, ebenso wie bei der Order von Hualei Optoelectronics. Das Unternehmen erhält sechs neue Aixtron-Anlagen. Und acht weitere MOCVD- oder Metall-organische Gasphasenabscheidung-Anlagen wurden an die chinesische Xiang Nang Hualei Optoelectronics Ltd. mit Sitz in der Provinz Hunan geliefert.

Abhängigkeit von chinesischen Fördertöpfen

Asien ist mittlerweile der Hauptabsatzmarkt von Aixtron SE (WKN: A0WMPJ). Hier werden mehr als 90 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet . Das Unternehmen gründete daher auch im Laufe des Jahres ein Tochterunternehmen in China, um regional noch stärker präsent zu sein. Aixtron China Ltd. heißt diese Gesellschaft und löste die bisherige Repräsentanz in Shanghai ab. Mit dem neuen Tochterunternehmen soll eine schnellere und bessere Versorgung der Kunden mit Ersatzteilen und Kundendienst vor Ort ermöglicht werden. Damit will Aixtron auch den After-Sales-Service stärken. Zudem soll die für die nahe Zukunft geplante Eröffnung neuer Niederlassungen in China erleichtert werden.

Die Nachfrage, insbesondere in China, wird vor allem durch Subventionen in der LED-Beleuchtungsindustrie geschürt. Mit Blick auf die Zukunft muss bedacht werden, dass subventionierte Märkte dadurch gekennzeichnet sind, dass dort durch künstliche Nachfrage auch Überkapazitäten geschaffen werden können. Schon heute werden die Subventionen in China zurück gefahren, das führt zu Überkapazitäten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in der LED-Branche ein ruinöser Preiskampf beginnt, von dem auch Zulieferer wie Aixtron nicht verschont bleiben. Wann und wie in der LED-Branche damit zu rechnen ist, kann aktuell kaum benannt werden. Man sollte das bei aller aktuellen Euphorie jedoch im Hinterkopf behalten.

Eine Bestellung aus Finnland

Unter den Aufträgen, die Aixtron in der jüngeren Vergangenheit bearbeitet hat, war auch eine Bestellung aus Europa. Aixtron hat hier einen Auftrag der finnischen Universität Oulu erhalten und lieferte ein System zur Abscheidung von Kohlenstoffnanoröhren in den hohen Norden. Die Anlage soll zur Niedertemperatursynthese sowie template-gestützten Herstellung geordneter Nanoröhren und -drähte eingesetzt werden, die in diversen technischen Komponenten Anwendung finden können, darunter integrierte CNT-Bauelemente für die Elektronik, mechanische Komponenten in Sensoren, Aktoren sowie Gerüststrukturen für katalytische Membranen.

Kurzportrait

Die Aixtron SE ist Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. Im Jahr 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt. Die Produkte der Gesellschaft werden zur Herstellung von Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt.

Heute ist Aixtron ein weltweit führender Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleiter-Materialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium- und organische Halbleitermaterialien. Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Zudem werden diese Halbleiter auch in der Solarindustrie verwendet. Silizium-Halbleiter werden zum Beispiel in Speicher-Bausteinen integriert oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

Im Jahre 1999 wurde die Thomas Swan Scientific Equipment Division, das gesamte MOCVD-Anlagen- und Servicegeschäft der englischen Thomas Swan & Co Ltd., übernommen und wird bis heute als eigenständige Tochtergesellschaft Aixtron Ltd. im Konzern weitergeführt. Im gleichen Jahr erwarb man die schwedische Epigress AB, heute Aixtron AB, mit Sitz in Lund (Schweden). Die Tochtergesellschaft stellt CVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern wie Siliziumcarbid (SiC) mit breiter Bandlücke her. Durch die Übernahme der Genus Inc. in Kalifornien im März 2005 hat Aixtron eine weitere produktionsqualifizierte Abscheidungstechnologie für die Silizium-Halbleiter- und die Datenspeicherindustrie erworben. Durch den Zukauf verfügt Aixtron nunmehr über ein breites Spektrum an massenproduktionstauglicher Abscheidungstechnologie für die Siliziumindustrie. Mit der Übernahme der britischen Nanoinstruments in 2007 erweiterte Aixtron das Produktportfolio im Bereich Nanotechnologie. Aixtron-Nanoinstruments bietet seither CVD - (Gasphasenabscheidung) und plasmagestützte CVD-Anlagen zur Abscheidung von Carbon Nanotubes, Nanowires und Nanotubes an.

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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