Aixtron profitiert vom LED-Boom

Freitag, 11. September 2009 13:29
Aixtron Logo

(IT-TIMES) - Die Aktien des deutschen LED-Ausrüsters und Anlagenbauers Aixtron AG (WKN: 506620) kennen seit April nur eine Richtung, den nach oben. Seit April vervierfachte sich der Wert. Inzwischen stehen die Papiere vor einem 7-Jahreshoch, nachdem sich Analysten mit immer höheren Kurszielen gegenseitig überbieten.

Hintergrund sind Erwartungen, wonach die Nachfrage nach LEDs kräftig steigen wird. Nicht nur das Leuchtdioden traditionelle Glühbirnen in den nächsten Jahren weitgehend ersetzen werden, auch der Boom bei Flachbild-Fernsehern treibt die LED-Nachfrage weiter an. Die Zahl der LEDs, die in den nächsten zwei Jahren in Flachbild-Fernsehen verbaut wird, soll sich voraussichtlich verzehnfachen.

Marktforscher rechnen mit kräftigen Wachstum
Allein im laufenden Jahr dürfte der LED-Markt gegen den Trend um 2,9 Prozent wachsen, während der gesamte Halbleitermarkt um 9,4 Prozent schrumpfen dürfte, so die Marktforscher aus dem Hause iSuppli. Hintergrund ist die hohe Nachfrage von LCD-TV-Herstellern. Allein der LCD-TV-Markt werde im laufenden Jahr LEDs im Wert von 163 Mio. US-Dollar aufnehmen, ein Zuwachs von 221,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, soi die iSuppli-Experten. Bis 2012 werde sich die LED-Nachfrage aus der LCD-TV-Industrie auf 1,4 Mrd. Dollar verneunfachen, glauben die iSuppli-Analysten.

LEDs ersetzen Kaltkathoden
Grund für die rasante Nachfrage sind nicht nur die gesunkenen LED-Preise, sondern auch neuartige LEDs, die deutlich heller leuchten. Damit werden LEDs immer mehr zur konkurrenzfähigen Alternative zu Kaltkathodenröhren, die bislang zur Hintergrundbeleuchtung von LCDs in Fernsehern dienten. Ein weiterer Vorteil der LED-Hintergrundbeleuchtung: Sie verbrauchen weniger Strom als Kaltkathodenröhren.

Diesen Vorteil machen sich auch Notebook-Hersteller zu Nutze und setzen schon seit längerem auf Hintergrundbeleuchtung durch LEDs. Durch LED-Displays werden die Geräte noch dünner, wobei sich durch die Steigerung der LED-Effizienz auch die Helligkeit erhöhen lässt, ohne das die Batterie-Laufzeit der Notebooks verkürzt wird. Im Gegenteil: Durch den niedrigeren Stromverbrauch lässt sich die Akku-Laufzeit verlängern.

Traditionelle Glühbirne vor dem Aus
Ein weiterer Wachstumsfaktor ist die Leuchtstoffindustrie. Nachdem Verbot von traditionellen 100 Watt Glühbirnen im September 2009 in Europa, sollen die ineffizienten Glühbirnen nach und nach abgeschafft werden. Im Jahr 2016 droht der traditionellen Glühbirne in Europa das endgültige Aus.

Eine ideale Ausgangsposition für Aixtron, zumal das Unternehmen mit einem Weltmarktanteil von 70 Prozent den Markt für LED-Produktionsmaschinen dominiert…

Kurzportrait
Die Aixtron AG ist Anbieter von Depositions-Anlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt. Die Produkte der Gesellschaft werden zur Herstellung von Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt.

Aixtron wurde im Jahr 1983 gegründet. Seinerzeit begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Anlagen zur Fertigung von Verbindungshalbleitern. Heute ist Aixtron der weltweit führende Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitermaterialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium und organische Halbleitermaterialien.

Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Dazu zählen auch neue Anwendungsmöglichkeiten wie die Blir-Ray-DVD-Technologie. Zudem kommen diese Halbleiter in der Solarzellentechnologie zum Einsatz. Silizium-Halbleiter kommen zum Beispiel in Speicher-Bausteinen zum Einsatz oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays wider. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

1999 wurde die Thomas Swan Scientific Equipment Division, das gesamte MOCVD-Anlagen- und Servicegeschäft der englischen Thomas Swan & Co Ltd übernommen und wird bis heute als eigenständige Tochtergesellschaft im Aixtron-Konzern weitergeführt.

Im gleichen Jahr wurde die schwedische Epigress AB, heute Aixtron AB, mit Sitz in Lund, Schweden übernommen. Die Tochtergesellschaft stellt CVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern wie Siliziumcarbid (SiC) mit breiter Bandlücke her. Durch die Übernahme der Genus Inc. in Kalifornien im März 2005 hat Aixtron eine weitere produktionsqualifizierte Abscheidungstechnologie für die Silizium-Halbleiter- und die Datenspeicherindustrie erworben. Durch den Zukauf verfügt Aixtron über ein breites Spektrum an massenproduktionstauglicher Abscheidungstechnologien für die Siliziumindustrie.

Mit der Übernahme der britischen Nanoinstruments in 2007 erweiterte Aixtron das Produktportfolio im Bereich Nanotechnologie. Aixtron-Nanoinstruments bietet seither CVD - (Gasphasenabscheidung) und plasmagestützte CVD-Anlagen zur Abscheidung von Carbon Nanotubes, Nanowires und Nanotubes an.

Zahlen
Für das vergangene zweite Quartal 2009 meldet Aixtron einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von 65,6 Mio. Euro auf 56,7 Mio. Euro. Rückläufig entwickelte sich auch das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das von 8,9 Mio. Euro auf 4,7 Mio. Euro sackte. Das Nettoergebnis des zweiten Quartals 2009 verschlechterte sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres von 7,4 Mio. Euro auf 3,3 Mio. Euro. Entsprechend fiel das Ergebnis je Aktie von 0,08 Euro auf 0,04 Euro.

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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