Aixtron geht mit gut gefüllten Auftragsbüchern in das neue Jahr

Dienstag, 14. Dezember 2010 15:29
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(IT-Times) - In der jüngeren Vergangenheit sprudelte es Neuaufträge für die Aixtron AG (WKN: A0WMPJ). Der Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie konnte dabei insbesondere Aufträge aus Asien sowie von europäischen Forschungseinrichtungen verzeichnen.

Neuaufträge aus Asien

Für das taiwanesische Unternehmens Formosa Epitaxy Inc. erstellt Aixtron eine Anlage zur Herstellung von LEDs. Konkret handelt es sich hierbei um eine G5-Anlage mit einer Wafer-Kapazität von 56x2-Zoll zur Herstellung Galliumnitrid-basierter LEDs. Man spricht davon, dass in Zukunft noch weitere Aufträge durch Formosa Epitaxy an Aixtron vergeben werden sollen. Das Unternehmen habe sich für Aixtron auf Grund der guten Ergebnisse der bisher eingesetzten Anlagen des deutschen Produzenten entschieden. Deshalb sei das Interesse an den Fortläufermodellen groß. Das südkoreanische Unternehmen Semi Materials Co., Ltd. orderte bei Aixtron fünf Metall-organische Gasphasenabscheidungs-Anlagen, die Semi Materials für die Herstellung von LEDs für den Beleuchtungssektor nutzen wird.

In China wurde die Installation und Inbetriebnahme einer MOCVD-Anlagen (MOCVD = Metal Organic Chemical Vapor Deposition / Metall-organische Gasphasenabscheidung) realisiert. Auftraggeber ist der langjährige Aixtron-Kunde Jiangxi Changda. Über das finanzielle Volumen des Auftrages machte man keine Angaben, dennoch gilt der Auftrag als wertvoll: Er zeigt, dass es Aixtron nachhaltig gelingt, langfristige Kundenbeziehungen zu etablieren und von bestehenden Kunden immer wieder mit Neuaufträgen versorgt zu werden. Changda ist ein Tochterunternehmen der Lattice Power Corporation aus Nanchang. Lattice Power ist langjähriger Aixtron-Kunde und war auch einer der ersten Kunden von Aixtron in China. Lattice Power entwickelt und produziert sehr helle LEDs für Vollfarb-Displays mit MOCVD Anlagen von Aixtron.

Zudem liefert Aixtron mehrere MOCVD1-Anlagen an das chinesische Unternehmen Changelight. Es handelt sich nach Unternehmensangaben hierbei um mehrere Anlagen in insgesamt zweistelliger Anzahl - konkreter wurde man bei Aixtron nicht. Die Auslieferung soll bis zum zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Der Vertrag sieht vor, dass Aixtrons Mitarbeiter in China die Anlagen in Changelights Betriebsstätte installieren und in die Produktion überführen. Changelight wolle mit den Anlagen helle rote, orangefarbene und gelbe LEDs herstellen, hieß es. Auch in den USA konnte Aixtron jüngst einen bedeutsamen neuen Auftragseingang verzeichnen. Bei dem Kunden handelt es sich um MicroLink Devices. Das Unternehmen plant, die bestellte Aixtron-Anlage zur Produktion kostengünstiger Solarzellen zu nutzen. Die Auslieferung soll im zweiten Quartal 2011 erfolgen, die Inbetriebnahme erfolge durch die technischen Teams beider Unternehmen in Niles (Illinois). Finanzielle Details des Auftrages gab Aixtron auch in diesem Fall nicht bekannt.

Aufträge aus der Forschungslandschaft

Die Technische Universität Lyngby in Dänemark hat Anlagen von Aixtron für verschiedene Anwendungsgebiete wie Physik, Chemie und Mikrotechnik erworben. Die Anlagen sind für die DTU Danchip und die DTU Nanotech, zwei Institute der Technischen Universität Lyngby, geplant. Es handelt sich hierbei um die 4-Zoll Black Magic PECVD-Anlage. Die Auslieferung erfolgt noch in diesem Jahr. Ziel des Kaufs ist es, Graphen und Kohlenstoffnanoröhren für zahlreiche Anwendungen wie Zell-Interfaces für Mikrochips, Lab-on-Chip-Filtersysteme sowie andere Mikrofluidik-Komponenten, Wandler und Elektroden herzustellen. Verschiedene Forschergruppen aus Physik, Chemie, der Lab-on-Chip-Technologie und aus der Biowissenschaft werden zukünftig an der Aixtron-Anlage arbeiten.

Auch das spanische Unternehmen Graphenea hat jüngst bei Aixtron eine Depositionsanlage zu Forschungszwecken geordert. Aixtron ist auch mit der Installation und der Inbetriebnahme vor Ort beauftragt. Graphenea wolle mit der Depositionsanlage die Weiterentwicklung von Prozesstechnologien für die Herstellung elektronischer Bauelemente voran bringen. Auch für die kommende Zeit ist bei Aixtron durch zahlreiche Neuaufträge für Arbeit gesorgt. Der Auftragseingang verbesserte sich in den ersten neun Monaten 2010 gegenüber der Vorjahresperiode von 206,7 Mio. Euro auf 544,3 Mio. Euro. Den Auftragsbestand zum Periodenende 2010 gab Aixtron mit 278,7 Mio. Euro an. Ein Jahr zuvor lag der Vergleichswert bei 152,3 Mio. Euro. 

Kurzportrait

Die Aixtron AG ist Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde ursprünglich 1983 als Spin-Off der Aachener Universität gegründet. 1989 erhielt das Unternehmen eine exklusive Lizenz für die Multi-Wafer MOCVD Planetary Reactor®-Technologie von Philips. Im Jahr 1997 folgte der Börsengang in Frankfurt. Die Produkte der Gesellschaft werden zur Herstellung von Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs-, Silizium- und organischen Halbleitermaterialien sowie Kohlenstoff-Nanostrukturen genutzt. Diese Bauelemente werden in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, bei Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, der Computer-Technik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen eingesetzt.

Heute ist Aixtron ein weltweit führender Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitermaterialien. Nach eigenen Angaben konzentriert man sich dabei auf drei Märkte: Verbindungs-, Silizium und organische Halbleitermaterialien. Verbindungshalbleiter kommen in Leuchtdioden oder in Lasern zum Einsatz. Zudem werden diese Halbleiter auch in der Solarindustrie verwendet. Silizium-Halbleiter werden zum Beispiel in Speicher-Bausteinen integriert oder sind Bestandteil von DRAM-Speicherchips. Organische Halbleiter wiederum finden sich in Flachbildschirmen und in flexiblen Displays wider. Zudem können sie in Anwendungen wie RFID-Chips eingesetzt werden.

Meldung gespeichert unter: Aixtron

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