Adobe Systems bleibt bislang rezessionsresistent

Mittwoch, 2. Juli 2008 12:48
Adobe Systems

(IT-Times) Der Grafik- und Multimedia-Softwarehersteller Adobe Systems (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) zeigt sich bislang rezessionsresistent. Auch im jüngsten Quartal gelang es Adobe, die Markterwartungen zu übertreffen. Die dahin darbende US-Konjunktur konnte Adobe bislang nichts anhaben, erzielt das Unternehmen inzwischen mehr als die Hälfte seiner Einnahmen im Ausland.

Doch der stetig steigende Ölpreis, dürfte auch Adobe früher oder später erfassen, glauben Analysten wie Global Equities Research Analyst Trip Chowdhry. Jeder Adobe-Kunde, ist direkt oder indirekt vom steigenden Ölpreis betroffen, meint Chowdhry, der jedoch Adobe zutraut, dem Trend noch einige Quartale widerstehen zu können.

Das Adobe-Management ist ebenfalls optimistisch, was das zweite Halbjahr 2008 bzw. 2009 angeht. Nach der Einführung von Adobe Acrobat 9 Ende Juni, brachte der Softwarespezialist mit Adobe Creative Suite 3.3 gleichzeitig ein neues Update seines Verkaufsschlagers auf den Markt. Die neue Version kommt mit Acrobat 9 Pro daher und erlaubt das Integrieren interaktiver Inhalte im PDF-Format. So können künftig auch Video- und Audio-, sowie Software-Anwendungen auf Flash-Basis in das Format integriert werden.

Der Nachfolger für das Flagschiffprodukt Creative Suite 3 (CS3) steht ebenso bereits in den Startlöchern. Adobe arbeitet bereits mit Hochdruck an der Nachfolgeversion CS4, dessen Veröffentlichungstermin allerdings noch nicht feststeht. Adobe verspricht dabei weitere Innovationen, so dass sich für Entwickler der Umstieg lohnen soll. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Markteinführung von CS4 wohl Ende 2008 bzw. Anfang 2009 erfolgen wird.

Kooperation mit Google und Yahoo soll Flash zum Durchbruch verhelfen
Auch ansonsten setzt sich Adobe für Entwickler ein und versucht seine Flash-Technik zum Durchbruch zu verhelfen. Zwar war Flash bislang recht beliebt, wenn es um die Umsetzung und Integration von interaktiven Inhalten in die Webseite geht, doch Seitenbetreiber mussten bislang mit dem Nachteil leben, dass die Seiteninhalte nur schwer oder gar nicht von den Suchmaschinen gefunden wurden.

Diesen Nachteil will Adobe durch die Kooperation mit Google und Yahoo ausbügeln. Adobe will Google und Yahoo Softwarecode und eine Spezial-Edition seines Flash-Players zur Verfügung stellen, so dass die beiden Suchmaschinengiganten Flash-Inhalte künftig leichter auslesen und indexieren können.

Mit dem Schachzug schlägt Adobe gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen gewinnt Adobe Flash gegenüber dem Microsoft-Konkurrenzprodukt Silverlight Oberwasser, gleichzeitig wird Flash damit auch zu einer echten Alternative gegenüber Java-basierten Webseiten...

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige und im Jahre 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Das PDF-Format gilt inzwischen als de facto Standard für die Darstellung bzw. Bereitstellung von Schriftstücken im weltweiten Datennetz Internet. Auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist die Gesellschaft mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten.

Der Bereich Creative Solutions fasst das Geschäft rund um das Flagschiffprodukt Adobe Photoshop zusammen und gilt als das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Bereich Knowledge Worker Solutions wird das Geschäft rund um die Acrobat-Reihe zusammengefasst, während die Enterprise and Developer Division und das Geschäftsfeld Mobile and Devices Solutions die Geschäftsstruktur abrunden.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch den Image-Server AlterCast will Adobe seiner Produktreihe eine größere Plattform geben. AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. Anfang 2007 präsentierte Adobe mit der Softwareplattform Apollo eine neue kostenlose Entwicklungsumgebung, die für eine stärkere Nachfrage nach Adobe-Produkten sorgen soll.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe unter anderem durch die Übernahme des Softwarespezialisten Accelio. Im Mai 2004 übernahm Adobe den amerikanischen Entwickler von Prozess-Management-Software Q-Link Technologies. Ende 2005 schloss Adobe die Übernahme des Multimedia-Softwareherstellers Macromedia (Flash, Shockwave) ab. Mitte 2006 kaufte Adobe die Technologie-Assets der dänischen Pixmantec. Daneben wurden auch Trade and Technologies France sowie der Videosoftwareanbieter Serious Magic übernommen. Im Herbst 2007 verstärkte sich Adobe mit der Übernahme des Buzzword-Herstellers Virtual Ubiquity.

Zahlen

Für das vergangene Maiquartal meldet Adobe einen Umsatzsprung auf 886,9 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei konnte der Photoshop-Hersteller einen Gewinn von 214,9 Mio. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie realisieren, nach einem Plus von 152,5 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 272,7 Mio. Dollar oder 50 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 223,2 Mio. Dollar oder 37 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Damit konnte Adobe die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 880 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 46 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Adobe Systems

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