Adobe nimmt in der Cloud an Fahrt auf

Creative Cloud wächst und wächst

Dienstag, 1. Juli 2014 14:08
Adobe Systems

(IT-Times) - Der US-Softwarehersteller Adobe Systems ist in der Cloud angekommen. Zwei Jahre nach dem Adobe seine Creative Software Suite überarbeitet und die Creative Cloud an den Start gebracht hat, erntet das Unternehmen die Früchte seiner Umbauarbeit. Adobe-Aktien notieren inzwischen auf Rekordniveau, Anleger können sich über eine Kursverdoppelung binnen zwei Jahren freuen.

Adobe hat sich längst vom Verkauf traditioneller Softwareboxen verabschiedet und setzt in erster Linie auf die Vermietung Web-basierter Software. Im Rahmen der Creative Cloud bietet Adobe populäre Anwendungen wie Photoshop und Illustrator zur monatlichen Miete von 50 US-Dollar und weniger an.

Anwender verlieren Scheu vor der Cloud
Für Anwender war dies zu Beginn eine große Umstellung, waren die Nutzer vornehmlich gewohnt, Software auf den Rechner zu installieren. Zudem rankten sich zu Beginn der Umstellung diverse Mythen um die Creative Cloud. So hatten Anwender befürchtet, ständig online sein zu müssen, um Photoshop und andere Programme zu nutzen. Dies ist nicht der Fall.

Auch in der Creative Cloud wird die Software auf der Festplatte des Rechners installiert, nur alle 30 Tage müssen Anwender kurz online sein, um die Software zu evaluieren. Ansonsten können Creative Cloud Nutzer die Softwareprodukte 99 Tage auch offline nutzen.

Cloud-Wachstum beschleunigt sich
Diese Ängste hat Adobe Systems (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) offenbar erfolgreich zerstreuen können. Im jüngsten Quartal beschleunigte sich das Kundenwachstum. Mit 464.000 Kunden konnte Adobe mehr Kunden für seine Creative Cloud gewinnen als erwartet. Damit betreut das Softwarehaus nunmehr 2,31 Millionen Kunden in der Cloud.

Ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Kundenwachstum in der Cloud beschleunigt, sind die Erwartungen Adobes für das zweite Halbjahr 2014. Der Photoshop-Hersteller will rund 1,0 Millionen Creative Cloud Kunden in der zweiten Jahreshälfte gewinnen und damit das Fiskaljahr mit 3,3 Millionen Creative Cloud Kunden beenden. Diese Zahl soll bis Ende 2015 auf 4,0 Millionen klettern. Dass die Strategie von Adobe aufgeht, zeigt sich auch an einer weiteren Kennzahl: Rund 20 Prozent der aktuellen Creative Cloud Kunden sind Neukunden.

Marketing Cloud bommt
Daneben boomt auch das neue Geschäft mit Marketing-Software. Die digitalen Marketing-Umsätze zogen um 16 Prozent auf 330 Mio. Dollar. Bei Adobe geht man davon aus, dass die Marketing Cloud in diesem Jahr um 20 Prozent wachsen wird - kein Zweifel, Adobe ist in der Cloud angekommen.

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige und im Jahre 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist der führende Anbieter von digitalen Bildbearbeitungswerkzeugen (Photoshop). Insgesamt operiert Adobe heute aus drei Kerngeschäftsbereichen heraus: Digital Media, Digital Marketing und Print and Publishing.

Der Bereich Digital Media umfasst das Geschäft rund um das Flagschiffprodukt Adobe Photoshop und gilt als das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Bereich Knowledge Worker Solutions wird das Geschäft rund um die Acrobat-Reihe zusammengefasst, während die Enterprise Division und das Geschäftsfeld Mobile and Devices Solutions die Geschäftsstruktur abrunden. Im Bereich Digital Marketing ist das Geschäft rund um Produkte wie Adobe Connect und Adobe LiveCycle zusammengefasst.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch den Image-Server AlterCast will Adobe seine Produktreihe eine größere Plattform geben. AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. Anfang 2007 präsentierte Adobe mit der Softwareplattform Apollo eine neue kostenlose Entwicklungsumgebung.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe durch verschiedene Zukäufe. Im Herbst 2009 verstärkte sich Adobe durch die Übernahme des Web-Analysespezialisten Omniture. Mitte 2010 übernahm Adobe den Schweizer Content-Management-Softwareanbieter Day Software. Anfang 2011 kaufte Adobe den Datenmanagement-Spezialisten Demdex. Mitte 2011 folgte die Übernahme von EchoSign, anschließend wurden mit Typekit und Auditude zwei weitere Firmen übernommen. Anfang 2012 schloss Adobe die Übernahme von Efficient Frontier und Behance ab. In 2013 kaufte Adobe weiter zu und übernahm neben Thumb Labs, Ideacodes auch die französische Neolane.

Markt und Wettbewerb

Adobe Systems zählt zu den größten unabhängigen Softwarehäusern weltweit. Das Unternehmen konkurriert mit seiner Creative Suite mit einer ganzen Reihe an Multimedia- und Grafiksoftwareherstellern.

Im Kerngeschäft Web- und Print-Publishing hat das Unternehmen seine führende Position gegenüber dem kanadischen Softwarehersteller Corel deutlich ausbauen können.

Meldung gespeichert unter: Adobe Systems

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