Adobe bleibt mit Creative Cloud auf der Überholspur

Software für Kreative

Donnerstag, 19. September 2013 14:17
Adobe Systems

(IT-Times) - Für die Aktien des US-Softwarespezialisten Adobe Systems ging es an der New Yorker Nasdaq zuletzt deutlich aufwärts. Adobe-Aktien legten zuletzt um mehr als neun Prozent auf 52,58 US-Dollar zu, womit die Papiere gleichzeitig auch auf ein Rekordhoch kletterten.

Adobe Systems kommt mit der Umstellung seines Geschäftsmodells voran. Das Unternehmen will nicht länger Softwarelizenzen verkaufen, sondern Software und Services über die Cloud via Abo vermieten. Hierfür hat Adobe Systems die Creative Cloud ins Leben gerufen, über die Anwendungen wie Photoshop, Illustrator usw. auf Abo-Basis angeboten werden.

Creative Cloud nimmt Meilenstein - Wachstumsprognose angehoben
Mit mehr als eine Million Nutzer (1,03 Millionen) hat Adobe Systems (Nasdaq: ADBE, WKN: 871981) mit Creative Cloud einen neuen Meilenstein erreicht. Die Abo-Zahlen legten damit um 331.000 gegenüber dem Vorquartal zu, viele Analysten hatten nur mit 270.000 bis 280.000 neuen Cloud-Kunden gerechnet. Für neue Creative Cloud Kunden kostet das Abo 49,99 US-Dollar im Monat, einzelne Programme wie Photoshop CC sind schon für 9,99 US-Dollar zu haben.

Adobe nahm die positiven Zahlen zum Anlass, um seine Prognose bezüglich Creative Cloud Kunden von 1,25 Millionen auf 1,35 Millionen bis Jahresende nach oben zu korrigieren. Überhaupt entwickelte sich das Marketing Cloud Geschäft mit 254,9 Mio. US-Dollar im jüngsten Quartal äußerst vielversprechend - ein Zuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Adobe hatte seiner Creative Cloud zuletzt einige nennenswerte Updates spendiert. Dazu zählen Videowerkzeuge als auch Adobe Anywhere, eine Lösung für größere Video-Produktionsteams. Auch bei Adobe Generator handelt es sich um eine neue Bildtechnik, die es Anwendern ermöglicht, Photoshop für das Web und für mobile App-Entwicklung noch einfacher und schneller zu nutzen.

Adobe steigt ins Hardware-Geschäft ein
Daneben hat sich Adobe mit Adonit zusammengetan, um zwei neue Hardware-Geräte am Markt zu platzieren. Dabei handelt es sich um das Project Mighty, einen Stift, der mit der Cloud verbunden ist, sowie um das Project Napoleon, ein digitalen Lineal.

Ziel ist es, beide neuen Geräte mit Tablet Apps wie Adobe Ideas und Photoshop Touch zu verknüpfen, so dass diese kompatibel mit Creative Cloud Dateien sind.

Aus Neolane wird Adobe Campaign
Durch die Übernahme der französischen Neolane, die im Juli abgeschlossen wurde, will Adobe seine Adobe Marketing Cloud weiter ausbauen. Aus Neolane wird Adobe Campaign, wobei die Lösung in die Adobe Marketing Cloud als sechste Lösung integriert werden soll. Damit ergänzt Adobe Campaign die vorhandenen Lösungen Adobe Analytics, Adobe Experience Manager, Adobe Media Optimizer, Adobe Social and Adobe Target.

Adobe sieht sich nach den jüngsten Entwicklungen auf Kurs, dass gesetzte Ziel für 2013 ein Umsatzwachstum innerhalb der Adobe Marketing Cloud von mehr als 20 Prozent zu erreichen.

Kurzportrait

Das im kalifornischen San Jose ansässige und im Jahre 1982 gegründete Softwarehaus Adobe Systems ist nicht nur durch sein plattformübergreifendes PDF-Format populär. Auch im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist die Gesellschaft mit Photoshop und zahlreichen anderen Softwarewerkzeugen sehr gut vertreten. Insgesamt operiert Adobe heute aus drei Kerngeschäftsbereichen heraus: Digital Media, Digital Marketing und Print and Publishing.

Der Bereich Digital Media fasst das Geschäft rund um das Flagschiffprodukt Adobe Photoshop zusammen und gilt als das Kerngeschäft des Unternehmens. Im Bereich Knowledge Worker Solutions wird das Geschäft rund um die Acrobat-Reihe zusammengefasst, während die Enterprise Division und das Geschäftsfeld Mobile and Devices Solutions die Geschäftsstruktur abrunden. Im Bereich Digital Marketing ist das Geschäft rund um Produkte wie Adobe Connect und Adobe LiveCycle zusammengefasst.

Daneben unterstützt Adobe Systems aber auch junge Technologiefirmen, welche Produkte und Services für das neue Medium Internet anbieten. Mit der Übernahme der privaten Glassbook soll weiteres technologisches Know-how in Adobe-Produkte mit einfließen und die Position gegenüber dem Softwaregiganten Microsoft, welcher mit einem eigenen Format für elektronische Bücher am Markt vertreten ist, weiter stärken. Durch den Image-Server AlterCast will Adobe seiner Produktreihe eine größere Plattform geben. AlterCast soll daher tägliche Routinearbeiten, wie die Aufbereitung digitaler Bilder für andere Medien übernehmen und die tägliche Arbeit damit einfacher, kostengünstiger und effektiver gestalten. Anfang 2007 präsentierte Adobe mit der Softwareplattform Apollo eine neue kostenlose Entwicklungsumgebung.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Adobe unter anderem durch die Übernahme des Softwarespezialisten Accelio. Im Mai 2004 übernahm Adobe den amerikanischen Entwickler von Prozess-Management-Software Q-Link Technologies. Ende 2005 schloss Adobe die Übernahme des Multimedia-Softwareherstellers Macromedia (Flash, Shockwave) ab. Mitte 2006 kaufte Adobe die Technologie-Assets der dänischen Pixmantec. Daneben wurden auch Trade and Technologies France sowie der Videosoftwareanbieter Serious Magic übernommen. Im Herbst 2007 verstärkte sich Adobe mit der Übernahme des Buzzword-Herstellers Virtual Ubiquity. Im Herbst 2009 verstärkte sich Adobe durch die Übernahme des Web-Analysespezialisten Omniture. Mitte 2010 übernahm Adobe den Schweizer Content-Management-Softwareanbieter Day Software. Anfang 2011 kaufte Adobe den Datenmanagement-Spezialisten Demdex. Mitte 2011 folgte die Übernahme von EchoSign, anschließend wurden mit Typekit und Auditude zwei weitere Firmen übernommen. Anfang 2012 schloss Adobe die Übernahme von Efficient Frontier und Behance ab. In 2013 kaufte Adobe weiter zu und übernahm neben Thumb Labs, Ideacodes auch die französische Neolane.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2013 meldet Adobe Systems einen Umsatzrückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 995,1 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn brach dabei auf 83 Mio. US-Dollar ein, nach einem Profit von 201,4 Mio. US-Dollar im Jahr vorher, nachdem die operativen Kosten deutlich anzogen. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Adobe einen Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie melden und verfehlte damit die Analystenerwartungen (34 US-Cent je Aktie) leicht.

Meldung gespeichert unter: Adobe Systems

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