Activision kämpft mit Produktoffensive gegen den Abschwung

Montag, 16. Februar 2009 13:02
Activision Blizzard

(IT-Times) Für den US-Spielentwickler Activision Blizzard (Nasdaq: ATVI, WKN: A0Q4K4) hat sich die Fusion mit Blizzard Entertainment gleich in zweierlei Hinsicht gelohnt. Zum einen konnte das Unternehmen Synergieeffekte in dreistelliger Millionenhöhe realisieren, zum anderen dominiert das Unternehmen mit dem Dauerbrenner „World of Warcraft“ den weltweiten Online-Spielemarkt nach belieben.

Ursprünglich visierte Activision durch den Zusammenschluss mit Blizzard Synergieeffekte von bis zu 100 Mio. Dollar an. Inzwischen hat das Unternehmen seine Einsparungsprognosen um weitere 50 Mio. Dollar auf bis zu 150 Mio. Dollar erhöht. 1.500 Stellen wurden durch den Zusammenschluss mit Blizzard bisher gestrichen.

Wrath of the Lich King bricht alle Rekorde
Das von Blizzard konzipierte Online-Spiel “World of Warcraft” kommt zwar langsam in die Jahre, hat aber bislang kaum etwas von seiner Anziehungskraft und seinem Glanz verloren. Bester Beleg hierfür ist die zweite große Erweiterung „Wrath of the Lich King“. Obwohl der Titel erst Mitte November auf den Markt kam, reichte es für den Titel „meist verkauftes PC-Spiel in 2008“.

Allein binnen 24 Stunden konnte Activision 2,8 Mio. Kopien der Erweiterung absetzen - ein neuer Rekord. Inzwischen hat das MMORPG 11,5 Mio. Abonnenten weltweit. Die große Mehrheit der Spieler kommt dabei aus China, wobei im Reich der Mitte noch gar nicht die zweite Erweiterung aufgespielt ist. Der dortige Publisher The9 will jedoch in den nächsten Tagen bzw. Wochen nachziehen und das Add-On auch in China auf seine Server bringen.

Der weiterhin große Erfolg von „World of Warcraft“ ist für Activision Blizzard enorm wichtig, gilt das Spiel als einer der Gewinnbringer im Unternehmen. Stern Agee Analyst Arvind Bhatia schätzt, dass die Einnahmen aus dem MMORPG rund 400 Mio. Dollar der Gewinne und damit die Hälfte des gesamten Nettogewinns im laufenden Jahr beisteuern wird.

Pipeline gut gefüllt - Produktoffensive in 2009
Doch Activision will sich mit dem Ereichten noch lange nicht zufrieden geben. Activision-Chef Bobby Kotick kündigt dann auch die größte Produktoffensive in der Firmengeschichte des Unternehmens für das laufende Jahr an. Neben weiteren Updates für „World of Warcraft“, plant das Unternehmen auch eine Reihe von PC-Spielen, die das Zeug zum Blockbuster haben. So soll zeitgleich mit dem Film „Transformers: The Revenge of the Fallen“ der zweite Teil des Roboterschlagers auf den Markt kommen. Der erste Teil des Spiels verkaufte sich bereits rund fünf Mio. Mal.

Mit „Ice Age 3“ reitet Activision ebenfalls auf der Kino-Welle und dürfte von der Einführung des dritten Teils rund um die quirligen Steinzeittiere profitieren. Der zweite Teil des Spiels „Ice Age 2“ verkaufte sich bereits rund zwei Mio. Mal. Nicht zu vergessen ist der zweite Teil des Action-Titels „Call of Duty: Modern Warfare 2“. Der erste Teil verkaufte sich weltweit bereits 12 Mio. Mal, wobei der zweite Teil im Herbst 2009 auf den Markt erwartet wird.

Zudem wird Activision noch im Märzquartal sein erfolgreiches Musik-Spiel mit „Guitar Hero Metallica“ um einen weiteren möglichen Kassenschlager erweitern. Daneben hat Blizzard mit „Diablo III“ noch ein weiteres heißes im Feuer, dessen Veröffentlichungstermin aber noch nicht feststeht. Die beiden Diablo-Vorgänger gingen ebenfalls mehrere Mio. Mal über den Ladentisch, womit ein weiterer Kassenschlager im Produktportfolio schlummert…

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und im kalifornischen Santa Monica ansässige Activision Blizzard gilt als weltweit größter PC- und Videospielehersteller. Insbesondere das Jahr 2008 gilt als Meilenstein in der Firmengeschichte. So fusionierte Activision mit der Vivendi-Spieleeinheit Blizzard Entertainment, woraus das Unternehmen Activision Blizzard hervorging.

Activision Blizzard entwickelt Adventure-, Sport- und Action-Spiele für verschiedene Plattformen. Darunter bedient Activision Blizzard nicht nur den PC-Markt, sondern auch den Konsolen-Markt. So werden nicht nur Spiele für Sonys PlayStation-Reihe (PS2, PS3), sondern auch für Microsofts Xbox 360-Konsole und Nintendos Wii-Konsole publiziert.

Activision Blizzard ist prinzipiell in zwei verschiedene Geschäftseinheiten aufgebaut. Der Bereich Publishing konzentriert sich auf die Entwicklung von Spiele, wobei das Unternehmen zuletzt mit Spielen wie „Guitar Hero III“ und „Call of Duty 4“ Erfolge feiern konnte.

Der zweite Geschäftsbereich Distribution konzentriert sich auf die Vermarktung der Spiele, wobei die Einheit aber auch Hardware und Software von Drittanbietern vermarktet. In diesem Zusammenhang übernahmen die Kalifornier im Jahr 1997 den englischen Vertriebspartner CentreSoft. Im gleichen Jahr kaufte Activision dann die deutsche NBG. Ein Jahr später folgte schließlich die Übernahme des für Benelux-Länder zuständigen Vertriebspartners CD Contact. Ende 2002 übernahm Activision mit Z-Axis und Luxoflux zwei weitere Entwicklerstudios, wobei Activision im Jahre 2003 rund 70 Prozent an den Spieleentwickler Infinity Ward übernahm. Anfang 2005 kaufte Activision dann das Entwicklerstudio Vicarious Visions. Später übernahm man den Middleware-Spezialisten DemonWare. Mitte 2006 folgte die Übernahme von RedOctane (Guitar Hero). Im Jahr 2007 schluckte Activision den britischen Sieleentwickler Bizarre Creations (Project Gotham Racing). Zudem fusionierte Activision mit der Vivendi-Spielesparte Blizzard Entertainment. An dem fusionierten Unternehmen hält Vivendi mit 52 Prozent die Mehrheit der Anteile. In 2008 kaufte Activision die englische FreeStyleGames sowie Budcat Creations. Im Gegenzug wurden die Entwicklerstudios Swordfish und Massive Entertainment abgegeben.

In Sachen Vertrieb setzt Activision Blizzard aber nicht nur auf eigene Vertriebspartner, sondern insbesondere auch auf Einzelhändler wie Best Buy, Blockbuster, Circuit City, GameStop, Target, Toys R Us oder Wal-Mart. Der US-Einzelhändler Wal-Mart gehört dabei zu einem der größten Kunden und Vertriebspartner des Spielentwicklers.

Darüber hinaus ist der US-Spielentwickler mit weiteren Niederlassungen auch international vertreten, darunter in England, Deutschland, Frankreich, Kanada, Schweden, Australien und in Japan.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2008 meldet Activision einen Umsatz von 2,3 Mrd. US-Dollar. Dabei entstand zunächst ein Verlust von 72 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie, nach einem Gewinn von 86 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen konnte der Spielehersteller einen Nettogewinn von 429 Mio. Dollar oder 31 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Gewinnerwartungen der Analysten leicht übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 29 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Activision Blizzard

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