3D Systems leidet unter steigenden Kosten - Branche vor Konsolidierung?

3D-Printing

Montag, 4. August 2014 14:06
3D Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) - Die Aktien des führenden 3D-Druckerherstellers 3D Systems standen am vergangenen Freitag erneut deutlich unter Druck. Nach schwachen Zahlen verloren die Papiere an der New Yorker Börse mehr als vier Prozent an Wert. Einmal mehr fragen sich viele Anleger, ob der Hype rund um die 3D-Printing-Industrie bereits zu Ende ist?

3D Systems hatte zuvor die Umsatz- und Gewinnschätzungen der Wall Street deutlich verfehlt. Hintergrund waren unter anderen höhere Kosten im Zusammenhang mit der Einführung neuer Produkte. Die operativen Kosten kletterten um mehr als 50 Prozent auf 68 Mio. US-Dollar. Auch der Ausbau der Produktionskapazitäten drückte auf die Bruttomarge, die im jüngsten Quartal um vier Prozentpunkte auf 47,8 Prozent sank.

Steigende Kosten und sinkende Preise - Konsolidierung erwartet
Entsprechend nervös reagierten Anleger, Investoren und Analysten, die ihre Kursziele für 3D Systems-Aktien deutlich nach unten korrigierten. 3D Systems Finanzchef Damon Gregoire hofft auf einen Umsatzschub durch neue Produkte im zweiten Halbjahr 2014. Dann sollen Lagerbestände in Höhe von 15,1 Mio. Dollar abgebaut werden.

Doch ob neue Produkte wirklich die Masse von Konsumenten und professionelle Kunden anziehen werden, wie von 3D Systems (NYSE: DDD, WKN: 888346) erhofft, bleibt abzuwarten. Die Nachfrage von der Polymer- und Prototyping-Seite entwickelt sich bereits rückläufig, erste Marktbeobachter erwarten bereits eine Konsolidierung im Markt.

Branche fürchtet weiteren Preisverfall
Diese Konsolidierung könnte sich durch einen weiteren Preisverfall beschleunigen. Waren 3D-Drucker in den vergangenen Jahren mit Preisen von mehreren tausend US-Dollar noch vergleichsweise teuer, haben Newcomer wie die XYZprinting (da Vinci) erste 3D-Drucker für Konsumenten auf den Markt gebracht, die bereits für 499 US-Dollar nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Japan erhältlich sind.

Zwar verkauft auch 3D Systems die dritte Generation seiner „Cube“ Printer für unter 1.000 US-Dollar, doch Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Preise noch weiter sinken. Dies dürfte auch für den Firmenkunden-Markt gelten.

Kosteten 3D-Drucker für Firmen in der Vergangenheit oft noch 10.000 bis 20.000 US-Dollar, dürften die Preise für 3D-Drucker der Enterprise-Klasse bis 2016 auf unter 2.000 US-Dollar sinken, glauben die Marktforscher aus dem Hause Gartner.

Endkunden freuen sich über niedrige Preise, Anleger haben das Nachsehen
Der Preisverfall dürfte die Akzeptanz von 3D-Druckern bei Konsumenten und in der Industrie zwar beschleunigen, ob dieser Boom auch bei den Anlegern ankommt, bleibt abzuwarten. Spannend bleibt die Frage, wie 3D Systems & Co mit dem Preisverfall in der Industrie umgehen werden oder ob sich Anleger an sinkende Gewinnmargen gewöhnen müssen.

Kurzportrait

Die in Rock Hill/USA ansässige 3D Systems Corp wurde ursprünglich im Jahre 1993 gegründet. Das Unternehmen bietet sowohl komplette 3D-Druckersysteme, als auch 3D-Druckermaterialien für Konsumenten und Profi-Nutzer an. Der Produktverkauf wird durch das Servicegeschäft ergänzt.

Das Produktportfolio von 3D Systems besteht aus Sterolithographie-Drucker (SLA), Selective Laser Sintering (SLS) Drucker, Multi-Jet-Modeling (MJM) Druckersysteme, Film Transfer Imaging (FTI) Drucker, sowie Selective Laser Melting (SLM) Drucker und Plastic Jet Printers (PJP). Die von 3D Systems vertriebenen Drucker nutzten 3D- und CAD-Softwareprogramme bzw. Dateien, um entsprechende Plastik- oder Metallteile herzustellen.

Die SLA-Druckerfamilie umfasst unter anderem die Drucker iPro 8000 und iPro 9000, die ProJet-Modellreihe umfasst die Produkte Projet 3000 Plus, Projet 500 und Projet 6000 für den professionellen Bereich. Für den Consumer-Markt bietet das Unternehmen die kleine ProJet-Reihe ProJet 100, ProJet 1500, 3D Touch und RapMan an. Druckermaterialien vertreibt 3D Systems unter den Marken Accura, RenShape, sowie DuraForm, CastForm und LaserForm.

Darüber hinaus ist 3D Systems am Project Ara beteiligt. Dabei handelt es sich um ein modulares Smartphone-Projekt von Google, wodurch Kunden einzelne Komponenten austauschen und selbst drucken können.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich 3D Systems durch zahlreiche Zukäufe. In 2013 wurde mit Figulo Corporation ein Spezialist für 3D-Kamerikdrucke übernommen, gleichzeitig übernahm 3D Systems auch die französische Phenix Systems. Im Frühjahr 2014 übernahm 3D Systems den 3D-Gesundheitsspezialisten Medical Modeling. Zudem übernahm 3D Systems 70 Prozent der Anteile am brasilianischen 3D-Druckervermarkter Robtec. Mitte 2014 kaufte 3D Systems zudem den 3D Virtual Reality Spezialisten Simbionix.

Meldung gespeichert unter: 3D Systems

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